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One Billion Rising – eine Zwickmühle

Schon im Vorfeld gab es ja einige Kritik an One Billion Rising. Ich fand das gut, habe die Kritik verfolgt, geteilt und ihr oft zugestimmt. Der Film, mit seinen (neo-)kolonialen Bildern und rassistischen Stereotypen und das Logo, das so eindeutig Frau-Sein mit Vagina-Haben gleichsetzt, haben mich davon abgehalten, mich mit der Bewegung auch nur im Ansatz identifizieren zu können wollen. Ich habe also nicht an den Organisationstreffen unserer Ortsgruppe teilgenommen, bin aber dennoch zum Event selber hingegangen – denn den Ansatz, eine laute, große, vielbesuchte und medial aufbereitete Aktion zu starten, finde ich gut und überfällig. Hier in Deutschland auch noch ganz zufällig zeitlich so passend: Kurz nach der #aufschrei-Woche, die viel losgetreten hat, und die aber nicht in Verbindung gebracht wurde mit all den Themen, die gleichzeitig oder nur kurze Zeit später „dran“ waren und ebenfalls von den sexistischen, frauenfeindlichen Grundlagen unserer Gesellschaft erzählen: Wenn wir z. B. darüber reden, dass katholische Krankenhäuser wegen ihrer Glaubensgrundsätze vergewaltigten Frauen die Untersuchung und Behandlung verwehren (was wäre, wenn es sich um eine Frau* gehandelt hätte, möchte ich gar nicht wissen). Oder tatsächlich erst noch darüber diskutiert werden muss, dass es die Pille danach in Deutschland rezeptfrei geben sollte. Oder wenn Tele5 eine Fernsehsendung mit dem Titel „Who wants to fuck my Girlfriend“ produziert. Oder eben One Billion Rising.

Die Berichterstattung über OBR zeigt aber leider ganz deutlich, dass der deutsche #aufschrei nicht ernst genug genommen wurde:

Kurze Artikel fassen die weltweiten Demonstrationen auf einer halben Seite zusammen, laut dem Spiegel lag ein „Schwerpunkt“ in Indien (natürlich, das sagt übrigens auch die ZEIT und im Focus wird die Demo gleich ganz zu einem Protest gegen den Vergewaltigungsfall in Indien umgedeutet). Mal wieder wird der Blick hauptsächlich weg gerichtet, in die „Fremde“, nach Indien, und, ach ja, „[s]elbst in Ländern wie Afghanistan und Bangladesch gingen Frauen auf die Straße“ (Spiegel). Ich kann mich nur Emer O’Toole anschließen und sagen: Schaut euch doch zuerst mal selbst an.

Aber nein, die Demonstrantinnen „protestierten […] stellvertretend für die eine Milliarde Frauen weltweit, die laut einer Uno-Studie im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt werden“ (Spiegel) Dass das Ganze auch uns alle ganz direkt betrifft, das ist zumindest bei den Verfasser*innen dieser Artikel selbst nach der #aufschrei-Debatte noch nicht angekommen.

Hier ein paar Zahlen aus dem „Bericht zur Situation der Frauenhäuser, der Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder“ der Bundesregierung vom 16.08.2012:

„37 Prozent aller befragten Frauen haben mindestens einmal körperliche Gewalt seit dem 16. Lebensjahr erlebt; 13 Prozent der befragten Frauen haben seit dem 16. Lebensjahr sexuelle Gewalt erlitten. Insgesamt haben damit 40 Prozent der befragten Frauen körperliche oder sexuelle Gewalt oder beides mindestens einmal seit dem 16. Lebensjahr erlebt. 58 Prozent der Befragten haben unterschiedliche Formen von sexueller Belästigung erfahren. 42 Prozent aller befragten Frauen haben Formen von psychischer Gewalt wie systematische Abwertung, Demütigung, Ausgrenzung, Verleumdung, schwere Beleidigung, Drohung und Psychoterror erlebt. Rund 25 Prozent der in Deutschland lebenden Frauen haben Formen körperlicher oder sexueller Gewalt oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt; differenziert nach der Schwere der Gewalt haben 2/3 dieser von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen schwere bis sehr schwere körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlitten.“ (S. 8)

Die Demonstrantinnen protestierten nicht stellvertretend für eine anonyme (durch die genannten Beispiele hauptsächlich in Indien, Bangladesh, usw. verortete) Milliarde anderer Frauen. All die Frauen, die überall weltweit auf die Straße gingen, protestierten für sich selbst UND in Solidarität mit ihren LeidensGeschlechtsgenossinnen. Kaum ist eine Bewegung weltweit, schon wird das deutsche Problem unsichtbar gemacht.

Und da ist sie auch schon, die Zwickmühle, auf das ich hinaus wollte:

Bei dem unterirdischen Niveau, auf dem sich die (nicht nur mediale) Beschäftigung mit Sexismus speziell in Deutschland bewegt, ist jede große, laute Aktion, die öffentlich in diese Kerbe schlägt, unverzichtbar. Ich kann nicht nicht mitmachen, ich kann nicht nicht dabei sein, weil es so grundlegend wichtig ist, dass überhaupt irgendwas passiert, dass wir anfangen, über die Kondition der Frau(*!) zu reden, über die Effekte des Patriarchats, über Machtverhältnisse überhaupt. Gleichzeitig muss ich aber mit Blick auf OBR fragen: Muss eine große Aktion so generalisierend sein? Muss sie so viele Ausschlüsse produzieren, so stark vereinfachen, so krasse Fronten aufmachen? Muss die mediale Aufbereitung und der Inhalt des Aufrufs selbst zu einem so problemlos konsumierbaren Endprodukt führen? Müssen Rassismen benutzt werden, Heterosexismus, um gegen Gewalt gegen Frauen zu protestieren?

Ich glaube nicht. Und ich will, dass das beim nächsten Mal anders wird, besser.

Der Ansatz, ein Dach zu bieten, unter dem überall auf der Welt verschiedene Ortsgruppen ihre eigene Aktion ausgestalten können, ist doch an sich total super. Das gibt einen Anstoß für ortsspezifische Aktionen, eigene Auseinandersetzungen, für Vernetzung weltweit, für Austausch. Doch wie viel Freiheit für die eigene Ausgestaltung von nicht nur Aktionen, sondern auch eigenen Zielen lässt OBR eigentlich? Die OBR-Kampagne folgt ganz klaren Marketing-Strategien. Schon das Logo transportiert so viel Inhalt, dass viele meiner Anliegen ausgeschlossen werden. Die idealtypisch weibliche Figur mit dem V zwischen den Beinen – aha, das ist also die Frau, um die es geht, und der Gewalt angetan wird. Wenn ich aber ein queer-/trans*-inklusives Event veranstalten möchte? Kann ich dieses Logo nicht verwenden. Wenn ich ein Event veranstalten möchte, das für negativ von Rassismus betroffene Personen ein safer space ist, diese mit einschließt und mit anspricht und wo rassistische Stereotypen und (neo-)koloniale Haltungen keinen Platz haben? Kann ich keine Verbindung zum OBR-Video dulden, also… kann ich das Logo nicht verwenden. Eve Enzler und ihre Organisator*innen und Marketing-Menschen haben ihre weltweite Kampagne so ausweglos mit Rassismen und Queer-/Trans*-Ausschlüssen verwoben, dass sie es mir unmöglich machen, mich unter dieses Dach, das sie errichtet haben, zu stellen. Auch noch aus einem weiteren Grund: „Strike Dance Rise“?!? Und mit einem Song, dessen Text sagt: „We are mothers, we are teachers, we are beautiful creatures“?!? Nein, danke. Immer mehr Ablehnung baut sich da in mir auf: Mein Aufstehen, mein Zurückschlagen sollen kein konsumierbares Medienevent sein, bei dem die Frauen dieser Welt tanzen (für wen?), und ihre (traditionellen!) Rollen als Mütter, Lehrerinnen und „schöne“ Kreaturen(!) einfordern.

Ich weiß um die große emotionale Wirkmacht von Massenflashmobs. Ich weiß, dass ich selber wahrscheinlich heulend vorm Fernseher sitzen würde, wenn dort Bilder ausgestrahlt werden von Hunderten von Menschen, die auf der Straße eine gemeinsame Choreographie tanzen. Ich weiß aber auch, dass diese Bilder alles sind, was bei mir ankommen würde, dass das Event an sich mich schon vollkommen befriedigt zurücklassen würde und meine innere Reaktion wäre: „Ach, toll, diese Frauen, guck mal, wie toll die alle tanzen können – ob die das wohl lange geübt haben?“. Ich würde konsumieren und das war’s (wenn ich nicht eh schon eine flammende Feministin wäre). Keine Reflektion, keine Erkenntnis, kein Umdenken.

Ich möchte nicht, dass mein Aktivismus ein solches konsumierbares Medienevent ist. Ich möchte, dass wir uns reflektiert, rücksichtsvoll und kritisch auseinandersetzen. Mir ist aber auch klar, dass die Medienwirksamkeit natürlich proportional zum “Spaßfaktor” ansteigt — und dass innerhalb der einzelnen Ortsgruppe und bei ihren jeweiligen Events durchaus eine solche kritische Auseinandersetzung stattgefunden haben kann. Ich weiß auch, dass das Tanzen, das gemeinsame auf die Straße gehen, das Sichtbarmachen eines Problems empowernd wirken kann, erfrischend und Mut machend für die, die sich schon lange gegen das sexistische System wehren — und denen eventuell langsam der Atem ausgeht. Vielleicht war es die falsche Entscheidung, nicht bei der örtlichen Orga dabei zu sein. Vielleicht war es der zu einfache, der leichtere Weg, sich ablehnend rauszuhalten.

Ich weiß nicht, was die richtige Antwort ist, oder wie ich am besten hätte handeln sollen. Aber ich weiß, dass der weiße und in der Hinsicht privilegierte Feminismus™ diesen Tunnelblick, den OBR zeigt, ablegen muss. Und dass das auf einer großen, übergreifenden Skala nur dann geschehen kann, wenn diejenigen, denen Ausschlüsse auffallen, von denen sie nicht persönlich ausgeschlossen werden (weil sie privilegiert sind), sich nicht ablehnend wegdrehen. Wir müssen hinsehen. Wir müssen hingehen. Wir müssen unsere Bedenken aussprechen, unsere Kiritk anbringen, unseren Blick weiter schärfen, jede für sich und aber auch in einem gemeinsamen Kraftakt. Auch wenn in einem Fall wie OBR das Reden in der Ortsgruppe die übergreifende mediale Kommunkiation nicht verändert — es kann aber die Ortsgruppe verändern und dort ein Bewusstsein schaffen für die Produktion von Ausschlüssen, die — oh Wunder — auch bei der feministischen Arbeit nur allzu schnell passieren kann.

Offensichtlich weiß ich doch, wie ich am besten hätte handeln sollen: Ich hätte dabei sein sollen, und reden. Denn mein Wegbleiben verändert einfach mal gar nichts und dient allerhöchstens meinem eigenen Ego. Weil ich ja die bin, die es ‘verstanden’ hat, die ‘da’ nicht mitmacht. Aber es geht auch um meinen Kampf, und wenn ich will, dass mensch sich in diesem meinem Kampf an bestimmte Regeln hält, dann muss ich hinsehen, hingehen, reden. — Und es wenigstens versuchen.

Beim nächsten Mal bin ich dabei.

von Anna Schwelle

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Anmerkung: Den Artikel hab ich immer wieder neu und umschreiben müssen. Warum? Weil ich durch meine Sprache immer wieder selbst genau das reproduzierte, was ich kritisiere: Ich sagte “wir Feminist*innen”, wenn ich nur weiße, able-bodied Menschen meinte. Ich sagte “der Feminismus als Ganzes”, wenn ich den weißen Feminismus meinte, der Ausschlüsse produziert. Ich danke Di Hia, die mich darauf aufmerksam gemacht hat und bin dankbar für jede Kritik, die mich auf weitere solcher Strukturen im Text hinweist.


6 Comments on “One Billion Rising – eine Zwickmühle”

  1. […] mein Körper ist findet sich eine treffliche Analyse von Anna Schwelle zu „One billion rising –eine Zwickmühle“: „Kaum ist eine Bewegung weltweit, schon wird das deutsche Problem [Sexismus; Rassismus; […]

  2. tina201301 says:

    Ich finde es klasse, dass Du Dich das nächste Mal bei OBR einbringen willst und die Ausschlüsse ansprechen willst. Ich finde es aber auch voll nachvollziehbar, wenn Menschen sagen, “Neh, lass mal” und sich aus so etwas herausziehen, vor allem, wenn nach einer Weile klar wird, dass keine Bereitschaft besteht, sich mit dieser Kritik auseinanderzusetzen und die eigene Sichtweise zu öffnen (siehe hier http://www.dailykos.com/story/2011/05/22/957012/-White-Privilege-Diary-Series-1-White-Feminist-Privilege-in-Organizations von einer, die es lange versucht und dann aufgegeben hat).
    Ich fühle mich immer mal nicht mitgemeint (in manchen feministischen Kreisen wegen trans, in manchen “schwullesbischen” Kreisen, wegen lesbisch und trans, in trans-Kreisen entweder wegen queer oder wegen nicht-queer, je nach Kreis) und ich überlege mir immer wieder, wo es sich lohnt, meine Position mit einzubringen und wo nicht und wo ich vielleicht mitmache, obwohl die Themen nicht so richtig zu meiner Lebenswirklichkeit passen und wo es nicht geht, dies zu erweitern, einfach, weil die Themen wichtig sind.
    Aber, wie gesagt, ich finde es völlig ok, sich irgendwo herauszuziehen, wo eine Erweiterung der Sichtweise nicht willkommen ist.

    • [von Anna Schwelle:]
      Hey Tina, wow, danke für deinen langen, und anregenden Kommentar! Und vor allem auch für den Link, genau solche Berichte habe ich eigentlich noch gesucht.
      Ich bin völlig deiner Meinung, dass Menschen sich auch raushalten oder rausziehen dürfen müssen, wenn klar wird, dass die Kritik eh nicht fruchtet. Ich würde auch niemals auf die Idee kommen, normativ zu bestimmen, dass irgendwer irgendwo mitmachen MUSS. Ich stelle nur an mir selber fest, dass ich mittlerweile fast nirgendwo mehr mitmachen und dabei sein kann oder will, weil es immer irgendwas gibt…. Wenn ich aber gar nicht erst in den Dialog trete, wird sich daran auch nichts ändern. Da müssen einfach Aushandlungsprozesse beginnen, ganz lokal und konkret. (In der Hoffnung, dass die nicht immer so deprimierend sind, wie dailykos berichtet)

      Und dann sprichst du nochwas an und so weit hatte ich noch gar nicht gedacht: Das sich-gemeint-fühlen, bzw. auch die Frage, welche Themen in einer Gruppe behandelt und bearbeitet werden, wofür die Gruppe sich einsetzen will usw. Das finde ich nochmal schwieriger, denn es ist ja klar, dass nicht jede Gruppe alle (an sich wichtigen) Themen aufgreifen kann. Dazu gäbs sicher viel zu sagen und zu überlegen, vielleicht wird das nochmal ein eigener Eintrag. Was mir aber dabei sehr am Herzen liegt, ist: die Zusammenhänge zu erkennen. Ein Thema, das mich gar nicht direkt betrifft, wie, sagen wir: Transphobie. Das hat ja dennoch sehr viel mit mir zu tun, weil Transphobie doch in Mysogynie verwurzelt ist. Weil Transphobie die binäre Geschlechtsstruktur “verteidigt”, die ich nicht behalten will, und so weiter…. Ich glaube dass das ein wichtiger Schlüssel ist, um auch weniger reine Identitätspolitik zu betreiben. Die kann nämlich nur soundso weit bringen, und erreicht irgendwann auch ihre Grenzen(sic). Da müssen dann weiße cis-Feministinnen (so wie ich) auch einfach mal einsehen, dass diese so genannten “Randthemen”(also alles, was nicht weiße, mittelklasse-cis-Frauen betrifft), die so gerne übersehen oder auch übergangen werden, auch Auswüchse von dem sind, was sie eh bekämpfen wollen.

      • tina201301 says:

        Wow, und vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Ich glaube, die Sache, wo mache ich warum mit kann wirklich einen eigene Beitrag gebrauchen. Da geht es von Themen, die direkt die eigenen sind (in meinem Fall z.B. Transmisgynie), über Themen, die ich umdeuten kann (z.B. Kampf um Bewegungsfreiheit durch Slutwalks, habe nicht so sehr sexualisierte Gewalt zu befürchten, aber transphobe Gewalt), bis zu Themen, die mir einfach als Feministin wichtig sind, ohne dass ich direkt betroffen bin (z.B Empowerment in Männerdomänen auf Ladyfesten, da ist mir durch meine ursprünglich männliche Sozialisation einiges in den Schoß gefallen, wo anderen das Lernen verwehrt wurde).

        Ich glaube, das themenbezogene Zusammenarbeiten kann ein guter Schutz gegen Identitätspolitik sein. Mensch tut sich zu einem Thema/einer Aktion zusammen, und alle, denen das wichtig ist, können mitmachen, egal, ob sie “betroffen” sind, oder als Ally mitmachen wollen – oder irgendetwas dazwischen.

        Wenn es aber nie um die eigenen Themen (oder auch nur, um die besondere””Färbung” der Themen) geht, frustriert das meistens irgendwann, ich denke da kommen dann die meisten Ausschlüsse her, oder diese Effekte, warum sich dann Gruppen fragen, warum sie keine PoC oder trans oder was auch immer Mitwirkende haben.

      • ja, als ich da den Bericht aus deinem Link gelesen habe, hab ich auch nur innerlich geflucht…. Frustration, Wut und sich rausziehen sind bei solchen Strukturen doch vorprogrammiert… richtig scheiße einfach, wenn so “feministische” Arbeit aussieht.
        Das themen-/aktionsbezogene Arbeiten ist auf jeden Fall ein Ansatz, nur sehe ich 2 Probleme: Einerseits längerfristige Zusammenarbeit muss doch auch möglich sein; 2) OBR geht da mit shclechtem Beispiel voran: themenbezogenes Arbeiten in einer Form, die gleich mitkommuniziert, wer teilnehmen soll, nämlich abled-bodied, weiße cisFrauen. Eben auch Identitätspolitik. Die Formulierung der Themen und die (mediale) Re-Präsentation der Aktion müssen halt -ismen-frei sein.

        Und für dich: ❤

        Ich würd gern (vielleicht auch gemeinsam?) nochmal weiter über das Thema nachdenken.
        Auch in Bezug auf Ladyfeste, safer spaces, und so weiter. Da passieren ja auch superschnell fiese Ausschlüsse

        a- schwelle

  3. tina201301 says:

    Ja, das Thema safer spaces, Identitätspolitik, Ausschlüsse etc. beschäftigt mich auch immer wieder. Da denke ich gerne mit drüber nach. Das Thema der längerfristigen Zusammenarbeit finde ich auch sehr wichtig, und hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass zusammenarbeitende Gruppen mit der Zeit häufig immer homogener werden. Das ist auch logisch: Zusammenarbeit funktioniert am Besten, wenn Vertrauen da ist und wenn man sich möglichst gut versteht (im wörtlichen Sinn). Und das geht am Einfachsten, wenn sich die mitarbeitenden Personen ähnlich sind.
    Das kann dann auch leicht dazu führen, dass der von der Gruppe bearbeiteten Themenkreis immer enger wird. Auch deswegen wäre es wichtig, hier gegenzusteuern. Das Einzige, was ich hierfür kenne,ist ein intensives Arbeiten an der Gruppendynamik und am gegenseitigen Kennenlernen. Dafür scheint es in der Gemeinschaftsbewegung relativ viel Wissen zu geben. Das funktioniert m.E. aber nur in kleineren Gruppen, zu viele Leute kann mensch nicht so gut kennenlernen, da funktioniert der Vertrauensaufbau und die Kommunikation über “Community-Codes” leider am Besten.


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