_nicht die Ursache für deine Gewalt | _mein eigenes Schlachtfeld | _mir lieb | _mein Werkzeug | _meine Spielwiese | _ _ _

P.S.: Ich mach das schon – wie ich lernte mein Blut selbst zu entsorgen

Danke

Danke für eure tollen Beiträge zu meinem letzen Post. Das war ein wirklich schönes Gefühl von Solidarität und es tat gut euch zu lesen! Und tatsächlich, einige von euch hatten noch Tipps, die ich bisher nicht so bewusst wahrgenommen hatte.

Dafür hab ich euch vegane Cupcakes gebacken und für den B12 Ausgleich gibts hier Abhilfe.

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Ich möchte gerne heute noch einmal auf eure genannten Tipps zu sprechen kommen und mit euch weiter überlegen, was uns wie helfen könnte.

Ich sammel hier noch einmal alle genannten Tipps:

  • freie Menstruation (Buchtipp Caroline Oblasser “Regelschmerz ade! Die freie Menstruation: Methode ohne Binden, Tampons und Co.”)
  • Buscopan
  • Wärmflasche
  • Badewanne
  • hormonelle Verhütung
  • Bei Verdacht auf Endometriose evtl. OP
  • Scharfgabentee/ Tees
  • Yoga
  • Sport
  • Masturbation/ Orgasmen
  • Schwangerschaft
  • B12 und Magnesium Haushalt im Auge behalten
  • Gluten- und Laktosefreie Ernährung
  • Akupunktur
  • Metamizol
  • Homoöpathie
  • Wechselduschen
  • Seed Cyrcle

Mensch…..fällt euch was auf? Das is ne ganze Menge, die uns da angeboten wird. Ne ganze Menge, die mit Kosten und/oder evtl. gesundheitlichen Folgen verbunden ist.

Aber da fehlt was! Merk ihr’s? Keinerlei Tipps für unsere Umwelt! Ich würde mir so wünschen, dass sich auch meine Umwelt wenigstens ein klitze kleines bisschen an meine Regelmässigkeit anpasst. Ihr auch? Im Zuge des letzten Post wurd mir dieser Text empfohlen und ich würde in unsere Debatte bzw. unseren Austausch gerne noch eine politischere Ebene mit einbringen.

In dem oben verlinkten Artikel lese ich:

menstruieren wird meist als individuelles problem der person, die menstruiert angesehen. wenn eine_r probleme mit der eigenen regelmäßigen blutung hat, wie schmerzen, schlechte laune, unwohlsein oder scham, dann gibt es meist individualisierte ratschläge: schmerzmittel, hormoneinnahme, vielfältigste hygieneangebote. die frage, was diese probleme bedingt, wird sich eigentlich nie gestellt.

Nun meine Frage:

Was für eine Umwelt brauchen Menschen die (schmerzhaft) regemässig Bluten ?

Stimmt ihr der Aussage (ebenfalls im o.g. Text) zu, dass bluten politisch ist und alle etwas angeht?

Wenn ja, was für Konsequenzen wollen wir daraus ziehen?

An dieser Stelle möchte ich abschließend auf Manus Frage eingehen:

Wie meinst du das eigentlich mit der Selbstbestimmung durch den MoonCup? Ich finde, dass man zumindest was Nachjustieren/Ausleeren angeht, noch viel mehr an hygienische Bedingungen gebunden ist, als das bei Tampons/Binden der Fall ist. Ich hab den Cup oft nicht sofort so hinbekommen, dass er dicht war – das auf der Bürotoilette (unisex, Waschbecken im nicht verschließbaren Vorraum) zu richten, war kaum möglich. Hab’s dann leider aufgegeben. Würd ihm aber gern noch eine Chance geben. Hast du da vielleicht irgendwelche Tipps?

An Anfang hab ich auch etwas rumgehampelt aber nach mehrmaligem testen, in Ruhe daheim bei mir da lief es wie geschmiert gings dann problemlos und dicht. Der Cup kann auch in auf der Toilette einfach gut mit Klopapier ausgeschwischt  und dann wieder eingeführt werden. Die Hände auch gtu amputzen und dann kann ohne Probleme ans allgemeine Waschbecken heran getreten werden. Lieb_er Manu, versuchs doch noch mal…vielleicht klappt es ja jetzt!

Tatsächlich erlebe ich den Cup als totale Selbstbestimmung. Ich bin nicht mehr angewiesen auf den einen nahe gelegenen Supermarkt oder einen Mülleimer im WC. Egal wo ich bin, der Cup bzw. das Blut kann direkt mit ins Klo oder in den Fluss oder wo auch immer ich gerade rum hänge. Das ist klasse.

Das Einführen klappt, für mich , auch wirklich problemlos….schwubdiwupp:

Ein weiterer Punkt der Selbstbestimmung: Ich achte viel weniger auf nervige “Hygieneartikel” Werbung. Ich hab das Gefühl, das meine Blutung weniger ökonomisiert wird und ich mich ein Stück weit von den Konsumzwängen befreit haben, die an Menschen, die bluten herangetragen werden.

Und wenn dann doch mal wieder ein Macker Mensch eine unpassende blöde Bemerkung über mein Blut und meine Blutung und sowieso und überhaupt macht…tja, dann bleibt am Ende immer noch eins. Und zwar: zack den Cup ins Gesicht. Bam.

In diesem Sinne…..ich wünsche allen denjenigen, die schmerzhaft bluten baldige Linderung und denen, die nicht bluten, aber gerne bluten würden: Zuversicht und Selbstvertrauen.

Solidarische Grüße

Di Hia

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5 Comments on “P.S.: Ich mach das schon – wie ich lernte mein Blut selbst zu entsorgen”

  1. ein “by the way”-Kommentar: Ich finde es toll, dass durchgehend von “bluten” schreibst.
    Keine Werbung für “Damenhygieneartikel” tut dies und der Begriff der Menstruation benennt es auch nicht so klar.
    Daumen hoch!

  2. tina201301 says:

    Den Artikel von Respect My Fist finde ich auch sehr gut, vielen Dank für den Link! Besonders gefällt mir:

    “es gibt kaum möglichkeiten sich im öffentlichen (und auch privaten) raum zu entspannen, längere ruhepausen einzulegen, denn alltäglicher stress und leistungsdruck sind normalität. der öffentliche raum ist so strukturiert, dass menschen, die regelmäßig bluten mit ihren bedürfnissen nicht berücksichtigt werden. da kommt bei mir schnell die frage auf: wer hat wesentlichen einfluss und macht gehabt, diese räume zu strukturieren?”

    Zum freien Menstruieren kenne ich noch diesen Text: http://anschlaege.at/feminismus/2012/11/an-spruche-let-it-bleed/

    Und vielen, vielen Dank für Dein Mitgefühl mit “und denen, die nicht bluten, aber gerne bluten würden: Zuversicht und Selbstvertrauen.” <3.

  3. Manu says:

    Yeah yeah yeah, vielen lieben Dank für die Ermutigung! Beim nächsten Bluten wird nochmal der Cup ausprobiert! Denn stimmt: Sobald alles dicht sitzt, hat man ja eigentlich den Vorteil, dass man für 10h oder so seine Ruhe hat. Und dass es auch mal ohne auswaschen geht, ist ein guter Punkt 🙂


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