_nicht die Ursache für deine Gewalt | _mein eigenes Schlachtfeld | _mir lieb | _mein Werkzeug | _meine Spielwiese | _ _ _

_keine Sportmaschine

Da bin ich wieder. Ich komme grad vom Joggen zurück. Also: “Joggen”.

Ich habe seit August letzten Jahres, als ich für die RuhrTriennale als (Re-)Performerin gearbeitet habe (war kein Spaß, das könnt ihr mir glauben) und dafür fit sein musste, keinen Sport mehr gemacht. Und wenn ich sage: keinen, dann meine ich das auch so. Die meiste Bewegung, die ich mir und meinem Körper zumute, geht vom Bett aus einmal durch die Wohnung, zu Fuß zur Bushaltestelle, von da zum Büro und zurück. Ich laufe manchmal Treppen. Das ist alles.

Und langsam merke ich, wie das anfängt, mich einzuschränken. Bin ich mal spät dran und muss zum Bus rennen, brauche ich danach eine halbe Stunde, um mich zu erholen. Wenn ich schwer bepackt mit Taschen durch die Stadt muss, geht mir der Atem aus. Mein_ Freund_in sagt, meine Lunge pfeift, wenn ich atme. Hat sich wohl verengt, weil ich brauche ja nicht so viel Luft. Ich rauche auch, das macht es wohl nicht besser. Ich bin immer müde und alles kommt mir anstrengend vor.

Mein nicht Sport treiben hat natürlich Gründe. Einer davon ist, dass mir Sport noch nie Spaß gemacht hat und selbst als ich regelmäßig welchen betrieben habe (Basketball, Karate), war meine Ausdauer trotzdem immer schlecht und jeder Meter rennen immer noch ein Kampf. Ich hatte auch nie dieses Gefühl des Fitseins, das immer so gepriesen wird, oder das Gefühl, dass der Sport mir Energie gibt. Ich fühle mich nach dem Sport immer ausgelaugt und der Resttag ist danach eigentlich hin, weil ich fertig und müde bin. Manches liegt wohl einfach auch an der eigenen körperlichen Disposition. Ein anderer Grund ist aber auch eine Art Trotzreaktion gegen diesen Fitnesszwang, diese Gesundheitsnorm, diesen Körper-Optimierungswahn, der mich_uns überall umgibt. Und der nicht_Bewegung unweigerlich in Zusammenhang mit Fett_werden bringt und Fett_sein auf nicht-Bewegung zurück führt.

Laut der kursierenden Erzählungen über Fett, Gesundheit, Sport und Essen müsste ich fett sein, sehr fett. Bin ich aber nicht. Also stimmt eure Erzählung nicht. Also hört auf mit dem verdammten fat-shaming! Das ist das Eine. 

Das andere ist: Ich will in diesen Diskurs von “Ich mache Sport, weil es mir gut tut” nicht einsteigen, weil dieser “ich mach das nur für mich”- oder “wenn du es für dich selber machst, ist es in Ordnung”-Diskurs so unglaublich häufig mit einer Verinnerlichung von patriarchalen Zwängen zusammenhängt und davon ablenkt, dass das alles Teil einer Körperpolitik ist, die versucht, alle Probleme aufs Individuum abzuwälzen.

Überlegt doch mal die inhärente Un_Logik: Unsere Gesellschaft ist seit Jahrtausenden damit beschäftigt, ihre Zivilisation so einzurichten, dass di*er Mensch*in sich so wenig wie möglich bewegen oder gar körperlich anstrengen muss. Wir müssen nicht mehr weit laufen, nicht mehr schwer tragen, nicht mehr selbst etwas bauen oder h_errichten (von jagen und sammeln will ich hier gar nicht erst sprechen), alles was körperliche Schwerstarbeit und damit automatisch Training für unseren Körper bedeutet_e, wird nun entweder von Maschinen oder von bestimmten Mensch*innen verrichtet, die zu einer bestimmten Klasse gehören (auf die wir auch noch herabblicken!). Wir sind also kontinuierlich damit beschäftigt, Bewegung und körperliche Anstrengung_Arbeit aus unserem Leben zu verbannen. Und stellen GLEICHZEITIG die Forderung auf, dass mensch*in Sport braucht_en muss, um sich wohl_er zu fühlen?!? Sinn macht das nicht. Außer…..

…ich möchte das jetzt mal anders angehen: Sport ist eine Ware.

Aldous Huxley (ich mit meinem bürgerlichen Bildungswissen, jajajaja) wusste das auch schon und malte sich aus, wie Sport in s_einer manipulativen Utopie Teil der kapitalistischen Konsumfo_erderung ist:

“Primroses and landscapes, he pointed out, have one grave defect: they are gratuitous. A love of nature keeps no factories busy. It was decided to abolish the love of nature, at any rate among the lower classes; to abolish the love of nature, but not the tendency to consume transport. For of course it was essential that they should keep on going to the country, even though they hated it. The problem was to find an economically sounder reason for consuming transport than a mere affection for primroses and landscapes. It was duly found. “We condition the masses to hate the country,” concluded the Director. “But simultaneously we condition them to love all country sports. At the same time, we see to it that all country sports shall entail the use of elaborate apparatus. So that they consume manufactured articles as well as transport. Hence those electric shocks.” Aldous Huxley: Brave New World, Chapter 2

Gut, bei uns werden jetzt keine Elektroschocks eingesetzt, um die Menschen zum Sport zu treiben. Aber body_fat_shaming, Krankheits- und Todesvorhersagen, unerreichbare Schönheitsideale, Fitnessmythen und die allgemeine Körperpolizei — sind auch ganz schön kraftvolle Manipulationsinstrumente, nicht?

Sport ist eine Ware. Welchen Sport kann mensch*in denn schon für völlig umsonst betreiben? Genau: in den Wald gehen und joggen. Dafür “brauche” ich: Laufschuhe, Laufbekleidung, und – je nach Bedarf – verschiedenen Krims krams. Vor allem brauche ich aber einen Willen zur Leistung, einen Willen zum Durchhalten, einen Willen zur Selbstoptimierung, der mich immer wieder hechelnd durch den Wald treibt, damit ich mir nachher einreden kann, dass ich etwas geschafft und geleistet habe. Nicht für irgendwen (natürlich nicht, ist es ja nie) sondern ganz allein für mich selbst. Dieses “leisten” im (nicht immer Leistungs-)Sport, das ist es, was mich stört. Das ist meine Freizeit, da will ich nichts leisten. Da will ich frei_e Zeit haben, ganz einfach.

Sport heißt aber:

an sich arbeiten — sich immer weiter treiben — “diesen Punkt an dem du nicht mehr kannst überschreiten” — über deine Grenzen hinaus gehen — deine Zeit verbessern — dünner//schöner//fitter//gesünder werden

Dagegen sperre ich mich. Immer wieder Selbstoptimierung, die mich schon genug kaputt macht in allen anderen Lebensbereichen. Immer dieses Stimmchen im Hinterkopf: Ist das genug? Bringt das denn so überhaupt was? Wenn du jetzt x machst, dann musst du aber später auch yz machen, sonst bringt das doch alles gar nichts! (und: Das schaffst du doch eh nicht!)

Ganz oft ist da der einzige Ausweg, selbstbewusst zu sagen: Ich WILL es auch gar nicht schaffen. Es GEHT doch auch gar nicht darum, etwas zu schaffen. Wenn ich etwas wirklich NUR FÜR MICH tue, dann geht es doch nur darum, das ICH MICH WOHL FÜHLE. “Ich tue es nur für mich” geht nicht zusammen mit “Ich tue es gegen meinen Willen”. Darum mache ich keinen Sport. Ich habe auch heute keinen Sport gemacht. Ich war im Wald und ich hab mich bewegt. Bin immer mal wieder ein Stück gelaufen. Hab mich ein bisschen gedehnt. Immer so, dass ich nicht hecheln und keuchen und nach Luft schnappen musste. Immer so, dass ich die Sonne, das schöne Wetter und das Vogelgezwitscher wahrnehmen und sogar genießen konnte. Immer so, dass der Bewegunsmodus meiner inneren Lust entsprach. Und hier ist ja wieder so ein Widerspruch: Die Lust an der Bewegung trainieren wir unseren Kindern ja meistens sehr effizient ab (spätestens in der Schule).

Hat bei mir gut geklappt: Mein bevorzugter Bewegungsmodus ist: bei Sonne im Gras liegen.

Mal sehen, wann ich wieder raus will, wann es mich wieder nach Bewegung verlangt. Ich werde aber auch das jedenfalls nicht mehr tun, weil ich denke, dass ich es muss. Ich muss schon genug in meinem Leben.

Un_Sportliche Grüße, eure

anna- Schwelle


P.S.: Ich mach das schon – wie ich lernte mein Blut selbst zu entsorgen

Danke

Danke für eure tollen Beiträge zu meinem letzen Post. Das war ein wirklich schönes Gefühl von Solidarität und es tat gut euch zu lesen! Und tatsächlich, einige von euch hatten noch Tipps, die ich bisher nicht so bewusst wahrgenommen hatte.

Dafür hab ich euch vegane Cupcakes gebacken und für den B12 Ausgleich gibts hier Abhilfe.

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Ich möchte gerne heute noch einmal auf eure genannten Tipps zu sprechen kommen und mit euch weiter überlegen, was uns wie helfen könnte.

Ich sammel hier noch einmal alle genannten Tipps:

  • freie Menstruation (Buchtipp Caroline Oblasser “Regelschmerz ade! Die freie Menstruation: Methode ohne Binden, Tampons und Co.”)
  • Buscopan
  • Wärmflasche
  • Badewanne
  • hormonelle Verhütung
  • Bei Verdacht auf Endometriose evtl. OP
  • Scharfgabentee/ Tees
  • Yoga
  • Sport
  • Masturbation/ Orgasmen
  • Schwangerschaft
  • B12 und Magnesium Haushalt im Auge behalten
  • Gluten- und Laktosefreie Ernährung
  • Akupunktur
  • Metamizol
  • Homoöpathie
  • Wechselduschen
  • Seed Cyrcle

Mensch…..fällt euch was auf? Das is ne ganze Menge, die uns da angeboten wird. Ne ganze Menge, die mit Kosten und/oder evtl. gesundheitlichen Folgen verbunden ist.

Aber da fehlt was! Merk ihr’s? Keinerlei Tipps für unsere Umwelt! Ich würde mir so wünschen, dass sich auch meine Umwelt wenigstens ein klitze kleines bisschen an meine Regelmässigkeit anpasst. Ihr auch? Im Zuge des letzten Post wurd mir dieser Text empfohlen und ich würde in unsere Debatte bzw. unseren Austausch gerne noch eine politischere Ebene mit einbringen.

In dem oben verlinkten Artikel lese ich:

menstruieren wird meist als individuelles problem der person, die menstruiert angesehen. wenn eine_r probleme mit der eigenen regelmäßigen blutung hat, wie schmerzen, schlechte laune, unwohlsein oder scham, dann gibt es meist individualisierte ratschläge: schmerzmittel, hormoneinnahme, vielfältigste hygieneangebote. die frage, was diese probleme bedingt, wird sich eigentlich nie gestellt.

Nun meine Frage:

Was für eine Umwelt brauchen Menschen die (schmerzhaft) regemässig Bluten ?

Stimmt ihr der Aussage (ebenfalls im o.g. Text) zu, dass bluten politisch ist und alle etwas angeht?

Wenn ja, was für Konsequenzen wollen wir daraus ziehen?

An dieser Stelle möchte ich abschließend auf Manus Frage eingehen:

Wie meinst du das eigentlich mit der Selbstbestimmung durch den MoonCup? Ich finde, dass man zumindest was Nachjustieren/Ausleeren angeht, noch viel mehr an hygienische Bedingungen gebunden ist, als das bei Tampons/Binden der Fall ist. Ich hab den Cup oft nicht sofort so hinbekommen, dass er dicht war – das auf der Bürotoilette (unisex, Waschbecken im nicht verschließbaren Vorraum) zu richten, war kaum möglich. Hab’s dann leider aufgegeben. Würd ihm aber gern noch eine Chance geben. Hast du da vielleicht irgendwelche Tipps?

An Anfang hab ich auch etwas rumgehampelt aber nach mehrmaligem testen, in Ruhe daheim bei mir da lief es wie geschmiert gings dann problemlos und dicht. Der Cup kann auch in auf der Toilette einfach gut mit Klopapier ausgeschwischt  und dann wieder eingeführt werden. Die Hände auch gtu amputzen und dann kann ohne Probleme ans allgemeine Waschbecken heran getreten werden. Lieb_er Manu, versuchs doch noch mal…vielleicht klappt es ja jetzt!

Tatsächlich erlebe ich den Cup als totale Selbstbestimmung. Ich bin nicht mehr angewiesen auf den einen nahe gelegenen Supermarkt oder einen Mülleimer im WC. Egal wo ich bin, der Cup bzw. das Blut kann direkt mit ins Klo oder in den Fluss oder wo auch immer ich gerade rum hänge. Das ist klasse.

Das Einführen klappt, für mich , auch wirklich problemlos….schwubdiwupp:

Ein weiterer Punkt der Selbstbestimmung: Ich achte viel weniger auf nervige “Hygieneartikel” Werbung. Ich hab das Gefühl, das meine Blutung weniger ökonomisiert wird und ich mich ein Stück weit von den Konsumzwängen befreit haben, die an Menschen, die bluten herangetragen werden.

Und wenn dann doch mal wieder ein Macker Mensch eine unpassende blöde Bemerkung über mein Blut und meine Blutung und sowieso und überhaupt macht…tja, dann bleibt am Ende immer noch eins. Und zwar: zack den Cup ins Gesicht. Bam.

In diesem Sinne…..ich wünsche allen denjenigen, die schmerzhaft bluten baldige Linderung und denen, die nicht bluten, aber gerne bluten würden: Zuversicht und Selbstvertrauen.

Solidarische Grüße

Di Hia


Regelmässig schmerzhaft – Guess what woke me up AGAIN

Es ist vier Uhr nachts. Ich werde durch ziehende Schmerzen im Unterleib wach und habe das Gefühl, dass ein tiefes Loch versucht mich in einen Strudel hinunter zu ziehen. Die Schmerzen sind unerträglich und ich kann nicht wieder einschlafen. Mein Kopf pocht und eine rote Nachrichtenwelle überschwappt mein ganzes Ich……….

Jetzt liege ich wach. Die erste Träne kullert über meine Wange. Es tut so weh. Die Schmerzen ziehen in den Rücken und meine Beine. Ich kann nicht aufstehen. Wohin soll ich auch gehen? Zum Medikamentenschrank? Seit mehr als zehn Jahren weiß ich: mir helfen keine Schmerzmittel. In die Küche? Wärmflasche? Schokolade? Tee? Hilft nicht, alles schon versucht. Licht an, lesen? Ich kann nicht, es tut zu weh. Ich krümmel mich zusammen und beweine mich. Das ist immer so.

Einmal im Monat habe ich so eine Nacht. Der Tag danach ist mässig. Ich bin müde und schlecht gelaunt. Fange bei jeder Kleinigkeit an zu weinen, habe immer noch Schmerzen und ärgere mich über meinen Körper. Ich möchte den ganzen Tag im Bett liegen und die Welt vor mir schützen. Das geht aber nicht, weil ich funktionieren muss und arbeiten muss und freundlich sein muss. Und weil ich stark sein will und meine Schmerzen nicht zeigen mag. Aber das schaff ich nicht. Mein Rücken tut weh, der Bauch wird immer schwerer und droht in dem Loch zu versinken. Mir ist schwindelig.

Ich wünschte ich könnte mir Ruhe gönnen. Vielleicht doch Schokolade oder Kuchen essen. Aber alles würde mich immer nur an das eine erinnern:

Ich muss zur Arbeit. Würg. Leider hab ich bisher noch kein Hemd und Anzughose gefunden, die auch an diesen Tagen bequem sind. Ob ich im Joggingsanzug in die Arbeit gehen kann? Wirklich froh bin ich mittlerweile, dass ich mich wenigstens von Binden oder Tampons verabschiedet habe und einen Teil der Selbstbestimmung durch den Moon Cup wieder erlangt hab. Der ist echt klasse. Kann ich euch nur empfehlen.

Vor zwei Jahren äußerte meine Frauenärztin den Verdacht auf Endometriose. Einige der Symptome trafen auf mich zu und ich entschloß mich zur Operation, in der Hoffnung,dass ich von diesen grauenhaften Schmerzen befreit werde. Nach der OP erklärt mir der behandelnde Arzt, dass er nichts gefunden habe und es im Grund nur zwei Möglichkeiten gäbe, diese Drecksschmerzen los zu werden:

  1. hormonelle Verhütung
  2. Schwangerschaft

Zur hormonellen Verhütung lese ich folgendes:

Risiken und Vorteile hormoneller Verhütung

Hormonpräparate sind hochwirksame Arzneimittel und deshalb verschreibungspflichtig. Wenn Sie hormonell verhüten wollen, müssen Sie vor der ersten Einnahme unbedingt einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin aufsuchen, um Risikofaktoren und mögliche Nebenwirkungen abzuschätzen. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können bestimmte Präparate geeignet sein oder auch nicht in Frage kommen.

Die Pille greift tief in den Hormonhaushalt und damit in den gesamten Stoffwechsel ein. Aufgrund der heute recht niedrigen Hormondosierungen sind manche Präparate auch für junge Frauen geeignet, die noch im Wachstum sind, aber gerade eine besonders sichere Verhütung brauchen.

Trotz der meist geringen Nebenwirkungen, bleibt die Pille ein sehr wirkungsvolles Medikament mit möglichen Risiken:

Thrombosen:
Die Östrogene in der Pille verkürzen die Gerinnungszeit des Blutes und machen es dickflüssiger. So kann es zu Verstopfungen in Blutgefäßen kommen (Thrombose), die sich im schlimmsten Fall lösen und zu einer Embolie führen können. Dieses Risiko besteht auch bei den niedrigdosierten “Mikropillen”. Eine Frau, in deren Familie vermehrt Thromboseerkrankungen aufgetreten sind, sollte u. U. besser eine alternative Verhütungsmethode wählen. Besonders gefährdet sind außerdem Raucherinnen, stark übergewichtige Frauen und Frauen, kurz nach der Entbindung.

Kopfschmerzen:
Durch das schlagartige Absinken des Östrogengehalts im Blut nach 21 bzw. 22 Tagen Pilleneinnahme kann es zu so genannten Entzugskopfschmerzen kommen. Hier hilft häufig die Umstellung auf Gestagenpillen.

Zwischenblutungen:
Die niedrig dosierten Mikropillen verursachen oft ungefährliche Zwischenblutungen. Eine höher dosierte Pille wirkt dem meist entgegen.

Brustkrebs:
Die Pille selbst löst nach aktuellen Erkenntnissen keinen Krebs aus. Dennoch sollten sich vor allem Frauen mit Brustkrebs ausführlich beraten lassen, ob für sie nicht eine andere Verhütung günstiger ist.

Bei folgenden Risikofaktoren sollten Sie mit einem Arzt oder einer Ärztin über Verhütungsalternativen sprechen:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • starkes Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Neigung zu Krampfadern und Thrombosen
  • Embolien oder Schlaganfall
  • Lebererkrankungen oder Gallensteine
  • Migräne oder Epilepsie

Wechselwirkungen
Wenn Sie gleichzeitig Antibiotika, Anti-Pilzmittel oder Schmerz- und Beruhigungsmittel einnehmen, kann das die Wirksamkeit der Pille herabsetzen. Das gilt ebenso für die Einnahme von Psychopharmaka, Mitteln gegen Migräne und Bluthochdruck, Epilepsie und Allergien.

Durch Erbrechen kurz nach der Pilleneinnahme oder Durchfall werden die Hormone vorzeitig ausgeschieden. In diesem Fall muss zusätzlich eine Pille eingenommen werden.

Seltene Nebenwirkungen sind Lustlosigkeit, Reizbarkeit, Gewichtszunahme durch verstärkten Appetit, Übelkeit, Brustspannen und Scheideninfektionen. Falls diese Beschwerden auch bei niedrig dosierten Pillen auftreten, können auch seelische Belastungen die Ursache sein.

Vorteile
Andererseits können sich durch die Pille auch manche hormonbedingte Beschwerden bessern: Myome schrumpfen und Zysten der Eierstöcke oder eine Endometriose können sich zurückbilden. Auch Blutungsstörungen und Zwischenblutungen können verschwinden sowie Periodenschmerzen schwächer werden.

Durch antiandrogene Wirkstoffe (Cyproteronacetat) in manchen Pillen wird die Wirkung überschüssiger männlicher Hormone blockiert. So kann sich bei hormoneller Verhütung auch eine Akne bessern oder “männlicher” Haarwuchs vermindern.

Tja, und zum Thema Schwangerschaft fiel mir damals eigentlich nur das hier ein:

So weit so schlecht. Damals hatte ich eine tolle Gesundheitspflegerin. Die hat mir Luna Yoga empfohlen. Und mir dazu das Buch “Die bewegte Frau” von Adelheid Ohling geliehen. Das hat ein bisschen geholfen. Gut taten auch einige Shiatsu Sitzungen.

Aber irgentwie hilft alles nicht so richtig. Ich hab das Gefühl ich hab alles versucht und hoffe einfach, dass diese Tage immer erst am Wochenende kommen, so habe ich bei der Arbeit keinen Krankenstand zu melden.

Verdammt noch mal, warum zieht das so fies durch den ganzen Körper? Puh. Ob ich mich doch für die Pille entscheide? Wohl ist mir dabei nicht….

Als ich eben ein bisschen bei einer Freundin über den Facebookchat übr mein Leid gequengelt habe, konnte mir diese folgenden Rat geben:

Nach der Schwangerschaft wirds besser

Lol. Yes, that’s what they keep telling me.

Aber ihr bester Tipp war:

Vielleicht solltst du mehr masturbieren, das entspannt ungemein.

Und das meine lieben, klingt nach dem perfekten Ratschlag in jedem Fall. Ich will mich nicht mehr darüber ärgern, dass ich so wenig über meinen Körper weiß und mich nicht auskenne etc. Ich will nicht in Selbstmitleid untergehen, sondern brauche jetzt etwas was mir gut tut…….Also schlüpfe ich jetzt raus aus dem Jogginganzug und mache es mir in meiner Badewanne gemütlich.


Selbst_Fremd

Es gibt da was in meinem Leben, was die meisten nicht verstehen. Es ist gar nicht so eine große Sache und nichts, von dem ich denke, dass ich es anderen erklären müsste könnte. Es ist was ganz Normales. Norm_alles.
Es ist Teil eines kapitalistischen Systems und Teil meiner Selbstpositionierung — aber es ist erzwungen. Es ist keine Selbstpositionierung in dem Sinne. Es ist eine Zwangspositionierung. Aus der es kein Entkommen gibt und auch nicht geben wird — zumindest nicht in meiner Lebenszeit. Es hat nichts mit meiner Identität zu tun (ich glaube nicht an Identität), aber sehr stark mit mir. Es ist nichts, was mensch wegreden oder wegdiskutieren könnte. Es ist mein Leben.
Mein Leben gehört mir nämlich nicht. Es hat mir noch nie gehört und es wird mir nicht gehören. Es ist nichts meins, um damit zu machen, was ich will. Es ist nicht meins, um davon Teile verschenken zu können. Es ist nicht meins, um damit großzügig zu sein, oder kleinlich. Um es auszuleben, oder einzuholen. Um es zu teilen, und erst recht nicht, um es für mich zu behalten. Ich bin hier und stecke fest. Wie habe ich dem Intendanten unseres Theaters bei den Lohnverhandlungen letztens erklärt? Meine Zeit ist kostbar. Was ich damit meinte ist: Mein Leben ist kostbar. Was ich damit meinte, ist: Mein Leben ist viel wert. Was ich damit meinte ist: Mein Leben ist TEUER. Ich kann es mir nicht leisten, mein Leben. Es ist zu teuer. Ich kann mir nicht leisten, unterbezahlt zu arbeiten, denn ich arbeite so viel unbezahlt. Aber ich meine nicht _nur_ das Geld. Trotzdem reden wir mal kurz darüber. Ich habe noch ziemlich viel Glück, was das Geld angeht. Im Moment. Und ich bin mir immer bewusst, dass es nur dieser eine kleine Moment ist, in dem ich Glück habe, mit dem Geld. Dass das jederzeit auch wieder — huch — vorbei sein kann. Ich bin mir dessen bewusst, mit jeder Faser meines Körpers und in jeder Sekunde meines Lebens. Auch wenn mein Leben im Moment vielleicht gar nicht zu teuer ist, und am Ende des Geldes nur noch ein winziges kleines Stückchen Monat übrig ist, oder sogar gar keiner, so weiß ich genau, jetzt schon, im Voraus, ab wann es das wieder sein wird. Und ich trage dieses Wissen mit mir herum, in jeder Sekunde. Jetzt. Und Jetzt. …und jetzt.

Profane Sache, über Geld zu reden, oder?

Nein.

Denn Leben ist teuer, obwohl es eigentlich wertvoll sein sollte. Ich muss mein Leben verkaufen, um über_leben zu können. Wertvoll ist das nicht. Die wertvollen Momente des Lebens spielen sich nämlich da ab, wo es nicht (mehr) um Geld geht, sondern um Nähe, Freiheit, um Selbstbestimmung, um Erkenntnis, meinetwegen, um Befrie_di_gung. Ich habe ein Interesse, dem ich nachgehen will. Aber um das zu können, muss ich es in eine Form gießen, die “angemessen” ist. Die jemand anderem entspricht, jemandem, di*er Geld über mich ausschütten kann. Da sind nicht nur Türsteher (meist ohne *innen), sonder richtige Torwächter, die mich fernhalten aus dieser kleinen Community von Leuten, deren Leben so richtig viel wert ist, weil sie kein Geld brauchen, weil sie schon mehr als genug haben, weil sie selbst so teuer sind und alles was sie besitzen auf sie abfärbt. Nein, Geld macht nicht glücklich, natürlich nicht. Aber mit Geld kann mensch verdammt viele Dinge sich leisten, die wiederum glücklich machen. Und sei es nur eine Atempause, die ich so nötig hätte. Mehr will ich gar nicht: Nur einmal kurz durchatmen. Kurz ordnen. Aber der nächste Abgabetermin, die nächste Bewerbungsfrist sind schon wieder fast abgelaufen, das Tor fast schon wieder zugefallen. Prüfung vorbei, ich bin frei? Denkste! Die nächste nicht-genutzte Chance ist schon längst um die Ecke gehuscht und außer Sichtweite! Ja, da guckste blöd! Und fängst an zu rennen und damit du schneller bist, wirfst du Dinge von dir ab: Erst nur das entspannende Romanlesen am Abend, dann das Ausschlafen am Sonntag, dann ein paar Bekannte hier und da, die du eh nur so halb mochtest. Und dann geht es ans Eingemachte. Alle deine Beziehungen sind plötzlich mit Arbeit durchzogen, und das ist auch gut so, das sind gemeinsame Interessen, gemeinsame Projekte, das IST ja euer Leben. Das ist aber auch: Ungeduld, Anspannung, kein Moment des Abschaltens mehr, und wenn doch, dann eingeplant mit Ablauffrist.

Viele Menschen haben Ansprüche auf mein Leben, aus den verschiedensten Gründen. Weil sie es mir geschenkt haben (obwohl sie es nicht schenken können) und ihr Leben in den Dienst meines Lebens gestellt haben, von Anfang an und jetzt noch immer. Weil sie für mich da sind in Krisensituationen, weil sie mich unterstützen, mich gern haben. Und ich sie, natürlich. Ich will ihnen geben können, aber, ich kann nicht. Ich muss mein Leben erst für mich selbst zurückfordern, bevor ich davon abgeben kann.

eure, jetzt schon wieder viel hoffnungsvollere, anna- Schwelle


Mein Körper gehört mir #2 — N_Ich_t Frau

Klicken, gucken, denken, lachen, weinen, kritisieren, zustimmen, schimpfen, schreien, freuen :’]

Zum selben Thema schreibt Andy Misandry einen Artikel, in dem ich mich sehr wiederfinde.

Mein Körper gehört mir #1 (zum Thema Achselhaare) gibt’s ab dem 15. April in allen gut sortierten Zeitschriftenläden in der Preziösen.

 

von anna- Schwelle


Who holds the key? Gedanken über ausschließen, einschließen und zusammenschließen

Aufgrund Eurer positiven Rückkmeldungen auf die Diskussion zwischen Anna Schwelle und Di Hia ist das Format des folgenden Postings wieder ein Gespräch, diesmal mit Di Hia und René_. Es handelt sich hierbei um eine Momentaufnahme von einer Begegnung zweier unterschiedlicher Welten, die aufeinander neugierig sind und sich gegenseitig verstehen wollen. Wir haben viele Dinge angesprochen und nichts zu Ende gedacht, aber ins Rollen gebracht. Wir freuen uns auf Euer Feedback und nehmen es als Anlass, uns weiter mit den angesprochenen Themen auseinander zu setzen. Viel Freude beim Lesen!

Di Hia: und ich frag mich ob ich noch schokolade habe
René_: ganz wichtig, hab ich mir auch grad welche reingezogen
Di Hia: ich habe smarties gefunden
Di Hia: René_, so möchtest du doch, dass ich dich anrede, oder? also in den letzten monaten hatten wir wenig austauschmöglichkeiten. es gibt da aber so einige themen, über die wir unsere perspektiven austauschen wollten. vielleicht magst du kurz den kontext beschreiben, in dem wir uns kennen gelernt haben?
René_: Richtig, Di Hia, ich möchte gerne mit René_ angesprochen werden, am besten in der französischen Aussprache 🙂 Wir haben uns über eine gemeinsame Freundin in einem italienischen Restaurant in meiner Heimatstadt kennen gelernt und gleich Reibungen und Sympathien verspürt. Aber intensiver in den Austausch sind wir auf einer gemeinsamen Reise getreten, mit unserer Band The LGBTQIs nach Köln zu unserem zweiten ever Auftritt und Du warst als 1a-Groupie mit dabei und hast uns supportet! Während der Fahrt haben wir viel diskutiert und gemeinsam Jazztexte gequeert.
Di Hia: Oh ja, der Audre Song! Da sollten wir noch mal ein Video zu machen, oder? Ich erinner mich noch gut daran, wie ich genörgelt habe wegen irgendwas und du sagtest, ich soll nicht so bitchy sein. Weiß du noch? Ich konnte und kann das immer noch nicht haben, dieses wort.
René_: Ja, das weiß ich noch sehr genau. Ich habe mir angemaßt, mich selbst mit einem Wort zu bezeichnen, das oft essenzialisierend gegen Frauen gewendet wird und mich dabei gleichzeitig mit in dieses Subjekt “Frau” gegeben. Ich kann und konnte auch damals verstehen und akzeptieren, dass Du dieses Wort nicht haben kannst. Für mich signalisiert es einerseits diese essenzialisierende und abwertende Praxis, welche die bezeichnetete Person als nicht ernst zu nehmend markieren soll, und ich verwendete es damals in einer Attitüde, die ein selbstbewusstes oder freches Ich-darf-mich-so-verhalten-wie-andere-es-bitchy-nennen-und-stolz-darauf-sein. Damit wende ich mich gegen diese Abwertung, indem ich mich stolz selbst abwerte.
Di Hia: Hm ja. Das hab ich bis jetzt noch nicht ganz verstanden. Für mich war das damals vor allem: René (damals noch ohne Unterstrich) ist ein Mann und ein Mann darf mich so nicht nennen. das war wirklich schlimm für mich. Also wenn das von einer Frau gekommen wäre, hätte ich ne andere Diskussionsbasis gehabt. Aber das war damals echt…puh.
René_: Entschuldigung, ich erinnere das falsch. Es stimmt, ich habe Dich erst mit dem Wort bezeichnet und dann darauf hingewiesen, dass ich mich genauso freimütig damit bezeichne. Und damit darauf aufmerksam gemacht, dass ich Dich und mich in derselben Gemeinschaft sehe, die diesem stigmatisierenden Gebrauch ausgesetzt ist. Wenn es nicht dieselbe Gemeinschaft ist (sage ich aus der heutigen Perspektive), dann zumindest zwei einander nahe stehenden Gemeinschaften, die von einer stärkeren Gruppe stigmatisiert werden.
Anscheinend hat meine Innenperspektive schon damals nicht mit Deiner Wahrnehmung von mir “als Mann” übereingestimmt. Ich gestehe Dir natürlich zu, mich so wahrzunehmen, insbesondere, wenn meine Kleidung darauf hinweist.
Di Hia: Ja, cool da bewegen wir uns schon in Richtung Explosionsthema: Sind wir ähnlich stigmatisiert oder gibt es in unseren Lebensrealitäten, Stigmata die sich überschneiden? Hast du Lust das wir da gemeinsam drüber nachdenken?
René_: Ja, ich habe Lust gemeinsam mit Dir darüber nachzudenken. Hier ein erster Antwortversuch von mir:
Ich würde sagen, wir leben in derselben Gesellschaft, die von Mechanismen der Unterdrückung geprägt ist, die sich auf unterschiedlichen Achsen auswirken, aber von ähnlichen, verbundenen Quellen ausgehen. Dies würde ich ein heterosexistisches, misogynes, homo- und transphobes, cisgenderisches, rassistisches, arrogantes, maskulinistisches, ableistisches, lookistisches, hegemoniales, kapitalistisches und klassistisches Patriarchat nennen. Das arbeitet mit Abwertungen und Stigmatisierungen, die sich auf Dich und mich verheerend, aber im Detail unterschiedlich auswirken. Ich empfinde demungeachtet jedoch eine Solidarität sowohl auf individueller Ebene von mir, René_, zu Dir, Di Hia, und von mir als “insert my identity tags here” zu Dir als “insert your identity tags here”.
Di Hia: Jein. Ich spüre immer ein mulmiges Gefühl, wenn die individuellen identity tags mehr platz bekommen als wie die gesellschaft mich liest. also dass das so ist hat sicherlich stark mit dem kontext in dem ich sozialisiert bin zu tun und ich bin auch gerne bereit bzw. sehe die notwendigkeit dies ggf. in frage zu stellen. aber: also ich werde als frau gelesen und als frau behandelt. da kann ich mir noch soviel andere tags geben. was bleibt: ich bin bestimmten gefahren ausgesetzt, habe berufliche einschränkungen etc. auf grund dieses frau seins. und das seit 27 jahren und eben auch für noch ne weile. also, hilf mir noch mal, wie meinst du könnten sich unsere erfahrungen was das angeht gleichen? also für mich und das tut mir leid, wenn ich dir damit individuell unrecht tue, aber für mich wirst du als mann gelesen und hast männliche privilegien. ich verschöner das jetzt nicht extra, damit wir in eine dikussion kommen. ich hoffe ich krieg die gradwanderung zu gunsten des blogeintrags hin!
René_: kein problem! find ehrlichkeit ja gut!
Di Hia: also auch wenn ich jetzt provokant bin, ist das nur zwecks blogeintrag und klarheit für die leseR_innenschaft ok?
René_: was meinst Du damit, wenn Du sagst, “wenn die individuellen identity tags mehr platz bekommen als wie die gesellschaft mich liest”? Mehr platz bekommen worin in dem, was ich gesagt habe?
ja, ok, von mir aus geht diese art von überspitzen grad noch
Di Hia: nein, also wenn -überspitzt gesagt- wir jetzt alle uns selbst taggen, verschwimmt ja das eigentliche problem. also ich kann mir noch so oft sagen, dass ich z.b so frau sein als konstrukt kritisiere und mich selbst liebe so und so labeln will – aber das würde nichts an den gefahren, denen ich als frau ausgesetzt bin ändern. also, interpretier ich das jetzt bei dir richtig, dass du dich nicht als mann bezeichnen würdest?
René_: ich glaube, zu verstehen, was Du sagst. ich würde mich wie folgt beschreiben: Ich identifiziere mich nicht mit der Identität “Mann”, ich will kein “Mann” sein und ich lehne “Männlichkeit” sogar für mich als Identitätsangebot/zwang ab. Das ist eine Innensicht, eine Aussage über mein Fühlen und Wollen/Nicht-wollen. Zusätzlich kann ich Dir biografisch erzählen, dass ich bei meiner Geburt als Mann bzw. männlich gelabelt wurde, dies sich in allen staatlichen und Familiensystemen fortgeschrieben hat und ich den übergrößten Anteil der Lebenszeit, die ich verbracht habe, als Mann gelesen wurde, und männliche Privilegien genossen habe. Darüberhinaus habe ich auch noch weitere Privilegien “genossen”, wie Weißsein, einen akademischen Habitus haben, ein bürgerliches Elternhaus haben, über keine bis wenige materiellen Sorgen zu verfügen.
René_: Wenn ich mich nicht als Mann selbst bezeichen will, heißt das nicht, dass ich abstreiten will, mit männlichen Privilegien ausgestattet zu sein
René_: Das ist eine Innensicht, eine Aussage über mein Fühlen und Wollen/Nicht-wollen.”
Di Hia: Ah okay. Danke, diese Klarheit habe ich gebraucht!
Di Hia: okay. glaubst du diese analogie würde gehen:
Di Hia: “Ich identifiziere mich nicht mit der Identität “weiß”, ich will kein “Weißer” sein und ich lehne “Weiß sein ” sogar für mich als Identitätsangebot/zwang ab.
René_: ja, das ginge, ich glaube, das ginge mit vielen Aussagen über Identitäten, die von anderen gegeben werden. das heißt nicht, dass man nicht in gesellschaftliche Kategorien eingeteilt werden kann, die diesen Identitätslabeln entsprechen. Gesellschaftliche, machtvolle Kategorisierungen kann ich in einem inneren Prozess bearbeiten, ablehnen, transformieren etc., aber nicht in ihren machtvollen, realen Auswirkungen ignorieren.
Ich nehme an, dass männlich wahrgenommene Menschen in dieser maskulinistischen, misogynen, patriarchalen Gesellschaft über mehr Macht in Beziehungen und in Institutionen verfügen.
Macht das für Dich Sinn? Ist das verständlich beschrieben?
Di Hia: hm. was wäre denn jetzt wenn eine weiße person sagt: “ey ich bin eigentlich schwarz. nee, ganz im ernst, im herzen bin ich schwarz” hm….also da wird mir persönlich ja ziemlich komisch bei. ich weiß nicht ob das als analogie genommen werden kann, wie gesagt. ja, und dass als mann gelesene menschen in unserer gesellschaft einfach mal ne ganz andere lebensrealität als als frau gelesenen menschen haben, also darüber brauchen wir glaub ich nicht sprechen. aber das ding ist doch, dass du eben immer wieder von diesem männlichen privileg profitierst und profitieren kannst. also auch wenn du das label eigentlich für dich ablehnst. wie kommen wir also von diesen gesellschaftlichen lebensrealitäten zu einem gemeinsamen battlefield?
René_: Keine Ahnung, was diese weiße Person, die im Herzen schwarz ist, noch alles damit ausdrücken will. Ich finde zum Beispiel nicht, dass sie damit gleichzeitig folgendes verbinden darf: 1. “Ich bin in meinem Handeln nicht rassistisch, weil ich fühl mich ja schwarz.” 2. “Ich werde hier rassistischerweise als schwarze Person diskriminiert” (das macht für mich gar keinen Sinn, sie wird ja nicht als schwarze Person wahrgenommen/gelesen). 3. “Ich kann persönlich wissen, wie es ist, als schwarze Person diskriminiert zu werden und darüber Aussagen machen, wie sich das anfühlt, denn ich fühle mich ja schwarz.”
Di Hia: Sorry, aber also wer als weiße person wirklich meint, sie_er ist im herzen Schwarz hat jawohl den Schuss nicht gehört. Wenn Schwarz Sein eine politische Selbstbezeichnung ist, die von Menschen gewählt wurde, die einen gemeinsamen Erfahrungshorizont und gemeinsame stigmata haben, also sorry, aber da kann dann kein weißer mensch daher kommen und das für sich auch reklamieren.
René_: Ich glaube, ein wesentlicher Punkt, um den es uns beiden geht, ist das “Reklamieren”. Ich vermute, dass bei Dir gerade ganz viel Kontext noch mitschwingt, wenn Du diese Aussage (“ich fühle mich im Herzen schwarz”) diskutierst, und zwar in der Hinsicht, dass diese Person in Deiner vorstellung/Erfahrung/konstruiertem Beispiel etwas für sich reklamiert. Ich wüsste gerne, was das sein könnte. Für mich steht diese Aussage erstmal isoliert da als Selbstbezeichnung und ich verbinde damit noch keine Claims.
Di Hia: Eine weiße Person kann sich nicht als Schwarz selbstbezeichnen. Nein, also damit bin ich nicht einverstanden. Sie kann weiß sein und von anderen -ism betroffen sein, ja, aber sie ist nicht Schwarz, weder im herzen noch sonst wo.
René_: Okay, da würde ich jetzt gerne eine sein/sollen-Unterscheidung einführen.
Di Hia: okay passt
René_: Du hast ja oben eine Analogie gebracht und das Beispiel von dieser fiktiven weißen Person genannt, die sich als “im Herzen schwarz” bezeichnet. Das nehme ich jetzt als (fiktives) Sein erstmal als Teil einer Realität an, als Teil etwas, das mir in der Zelt begegnen kann.
Und was Du jetzt zuletzt sagst (und auch vorher, wenn du vom nicht gehörten Schuss sprichst), dann machst Du eine normative Aussage, dass diese Person das aufgrund Deiner Vorstellungen/Werte etc. nicht darf. (Was ich hiermit nicht angreifen oder noch nicht inhaltlich kommentieren, sondern konzeptuell unterscheiden will.) Macht diese unterscheidung für Dich Sinn?
Di Hia: also, eine weiße person, die mir als woman of color sagt, dass sie im herzen schwarz sei (was soll das denn überhaupt sein ey) , also ja, da würd ich sehr klar sagen, dass das nicht klar geht.
René_: Okay, ich verstehe, dass Du das normativ ablehnst. Ich hatte ja vorhin noch die mit dieser Selbstaussage verbundene Frage nach Claims: Was könnte denn so eine Person reklamieren, was Du ablehnst?
Di Hia: Selbstbezeichnungen sind ja in Diskussionen um Rassismus immer sehr wichtig. Wenn ich mich als Woman of Color tagge, dann bedeutet das, dass ich eben über einen ähnlichen Erfahrungsrucksack verfüge wie andere WoC auch. Diese Erfahrungen grenzen sich von den Erfahrungen, die weiße Frauen machen ab. Es mag Überschneidungen geben aber eben auch abgrenzungen. Wenn da jetzt eine weiß Frau zu mir sagt, ich weiß wie du dich fühlst, obwohl eine geschilderte situation eben ganz klar nur passieren konnte weil ich eben nicht-weiß bin, ja dann regt mich das ziemlich auf und verletzt mich vor allem.
jetzt ist das natürlich was geschlechts_identitäten angeht noch mal ne andere sache. wenn ich jetzt zu dir sage : rené_ du bist ein mann und von daher ist es für mich klar, dass du in beistimmten themen eben nicht mit reden darfst etc. dann wird das für uns dann problematisch, wenn du für dich dieses mann sein so gar nicht fühlst und wohlmöglich von anderen männern auch kommuniziert bekommst: du bist kein “echter” mann.
(wenn eine person von anderen weißen personen kommuniziert bekommt: du bist nicht weiß, ist sie warscheinlich eine PoC, oder? Also ich bin unsicher mit diesen Analogien aber finde das doch ganz hilfreich so um n bisschen zu strukturieren)
René_: (ich denke auch.)
Mit der Selbst(nicht)bezeichnung “ich fühle mich nicht als Mann, lehne es ab, ein Mann sein zu müssen, will kein Mann sein” ist ja noch kein Claim expliziert.
An dieser stelle der Unterhaltung sehe ich jetzt verschiedene Wege fortzufahren: 1. Ich würde gerne jetzt folgende Aussage von Dir kommentieren: “aber das ding ist doch, dass du eben immer wieder von diesem männlichen privileg profitierst und profitieren kannst. also auch wenn du das label eigentlich für dich ablehnst.”
Di Hia: ich nehm tor 3!
René_: 2. Wir könnten jetzt analytisch weiter diskutieren (und vllt zwischenresümieren), in wiefern diese Analogie “Selbstbezeichnung ich bin im Herzen schwarz” ist gleich analog zu “Selbstbezeichnung ich bin im Herzen eine Frau” funktioniert oder nicht funktioniert.
3. Wir könnten über spezifische Themen und Situationen sprechen, die Du und/oder ich für problematisch halten, in denen menschen, die sich als Frau selbst bezeichnen, aber denen bei ihrer Geburt das Geschlecht “männlich” zugeordnet wurde, von Themen/Unterhaltungen/Situationen ausgeschlossen werden, die von Menschen geführt werden, die sich als Frauen selbst bezeichnen und dies kongruent ist mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde. (Ende meiner Aufzählung *g* nen Zonk hab ich nicht eingebaut)
Di Hia: würde mich sehr interessieren wie du deinen alltag erlebst, da du ja für dich ja eben die kategorien nicht so magst und ich glaube auch schon eine selbstbezeichunung für dich hast, mit der du zufrieden bist. da würd ich gerne mehr drüber wissen.
René_: Das wär dann Punkt 4. Ich könnte das ja mit Punkt 1 verbinden.
Di Hia: ich hab schon relativ viel raum in unserem blog bekommen, ich würde mich gerne über dich unterhalten und dir die möglichkeit einer plattform geben, was meinst du? ich glaub du hast viel zu erzählen.
René_ : Da ich weiß, dass ich danach eine Artikelserie schreiben will, mach ich mir da grad keine Sorgen drüber. Ich finds spannend, mit Dir über Deine Gedanken/Kritiken etc. zu sprechen und gemeinsam zu durchdenken, fand ich bis jetzt sehr fruchtbar.
Di Hia: für heute abend würde ich tor 3 nehmen glaub ich.
René_ : Also 3. Wir könnten über spezifische themen und situationen sprechen, die Du und/oder ich für problematisch halten, in denen Menschen, die sich als Frau selbst bezeichnen aber denen bei ihrer Geburt das Geschlecht “männlich” zugeordnet wurde, von Themen/Unterhaltungen/Situationen ausgeschlossen werden, die von Menschen geführt werden, die sich als Frauen selbst bezeichnen und dies kongruent ist mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde.
Di Hia: Da hätt ich schon die erste anmerkung: “die sich als frauen selbst bezeichnen” also äh gehts hier nicht doch eher eben über den erfahrungswert den diese personen haben und der als konseuqenz wohl die feststellung “oh ich bin wohl ne frau” hat?
René_ : Ich habe bereits beim vorherigen Thema festgestellt, dass Du Wert auf die Unterscheidung zwischen Selbstbezeichnung einer Identität und von der Gesellschaft gegebene/gelesene/immer wieder hergestellte Identitätskategorie legst. Diese Unterscheidung halte ich auch für erkenntnisbringend und sinnvoll.
Meine ganze Formulierung im zweiten Fall war ja “die von Menschen geführt werden, die sich als Frauen selbst bezeichnen und dies kongruent ist mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde.” Damit verknüpfe ich jetzt auch (ohne das noch mit hinzugefügt und offen gelegt zu haben) eine Sozialisation seit der Geburt in diesem weiblichen Geschlecht. Damit verbunden ist auch die Erfahrung, von anderen immer wieder als Frau behandelt und zur Frau gemacht zu werden.
Di Hia: Ich persönlich bin großer fan von women only räumen. dass dies evtl. ausschlüsse produziert war mir bis vor kurzem nicht ganz bewusst. lese da grad erst zu….
René_ : Der problematische Punkt ist, was meinst Du, was meinen die beteiligten Personen, welche Menschen in der “women only”-Definition enthalten sind? Hier würde ich das Präfix cis einführen. Frauen, die seit ihrer Geburt als Frauen leben/behandelt werden/aufwachsen/sich fühlen und den dazu gehörigen Körper haben, kann Mensch als Cisfrauen bezeichnen. Mir scheint, dass in bestimmten “women only”-Räumen Menschen, die bei ihrer Geburt als Mann etikettiert und seitdem so erzogen und behandelt wurden, einen mehr oder weniger eindeutig männlichen Körper haben und aber seit einer längeren Periode versuchen, als Frau zu leben, ihren Namen, ihre Kleidung und vielleicht sogar ihren Körper dementsprechend verändert haben, ausgeschlossen werden. Also Cisfrauen ja, Transfrauen nein.
Di Hia: ja. ich glaub das ist auch oft so. also wenn cisfrauen über ihre gewalterfahrungen etc. berichten, dann verändert sich die art und weiser der beschreibung und der gruppendynamik vielleicht, wenn eine transfrau im raum ist? könnte das sein?
René_ : Sicherlich wird das einen Einfluss auf die Situation haben, ob eine Transfrau anwesend ist oder nicht, insbesondere wenn sie als solche gelesen wird. Eine Transfrau, die als Cisfrau “passed” (also den Geschlechtstest, den unsere Wahrnehmung ihnen auferlegt, als Cisfrauen bestehen), würde wohl einen derartigen Einfluss nicht ausüben (wohl aber einen anderen, wie jede anwesende Frau die Situation beeinflussen würde).
René_ : Es ist ja durchaus denkbar, dass eine Transfrau an einer Gesprächsrunde für “Frauen, die in einer Beziehung zu einem männlichen Partner Gewalterfahrungen gemacht haben” (als Beispiel) Interesse hat, teilzunehmen, weil sie sich davon angesprochen fühlt.
Die Frage ist jetzt, ist der “women-only”-Raum offen für sie, wie wird mit ihr umgegangen? soll sie ausgeschlossen werden, weil sie vor ihrer Transition vom männlichen fremdzugewiesenen zum weiblichen selbstgewählten Geschlecht als Mann gelebt hat, ein männliches Privileg hatte? Soll sie ausgeschlossen werden, weil ihre Transartigkeit, ihre nicht herkömmlich präsentierte Weiblichkeit als bedrohlich für diesen geschützten Raum empfunden wird?
Di Hia: tja. da hab ich ehrlich gesagt keine antwort drauf. ich glaub das müssen wir differenzieren. also nehmen wir mal ein fiktives seminar zum thema x: hm also schau mal hier. bei der femoco da sind trans* und inter* menschen willkommen. das finde ich als cisfrau klasse und gut und hoffe 1. ich kann dabei sein und bin 2. total gespannt auf den ganzen unterschiedlichen input und die energie, die wir da zusammen tragen werden.
René_ : das sieht total super aus und ich befürworte ein solches vorgehen total!
Di Hia: ja aber z.b da hat ne weiß person nichts zu suchen.
René_ : Ja, und das halte ich auch nicht für problematisch.
Di Hia: ok
René_ : Lass uns einen weiteren Fall ansprechen, wenn Du damit einverstanden bist. Wir haben nun den Fall von Cisfrauen und Transfrauen diskutiert. Das sind relativ klare, stabilisierte Kategorien. Es gibt ja auch Menschen, die sich noch in einer Transition von Geburtsgeschlecht zu gewünschtem Geschlecht befinden, die sich vielleicht noch nicht haben operieren lassen (können), oder dies nicht wollen, die bisher Hormone nehmen, aber keine OP wollen. Solche Menschen könnten sich als transsexuell verstehen, aber man könnte auch den Begriff transgender anwenden.
Transgender ist ein weniger stabiler begriff, er ist fluide.
Di Hia: oh ich brauch immer stabilität, fluid kram macht mich unsicher. hilf mir auf die sprünge und definier das noch mal eben für mich ok? also menschen, die zwischen dem einen und dem anderen gender hmm…”schweben”?
René_ : In der definition von Leslie Feinberg, die sich durchgesetzt hat, wird transgender als ein Überbegriff, ein sogenannter umbrella term (oder franzisiert terme-parapluie) verstanden, der eine Vielfalt von Identitäten bezeichnet, die sich nicht in der binären Geschlechterdifferenz verorten wollen.
Di Hia: okay, danke. die erklärung hilf mir. lass uns versuchen nicht zu sehr “fachsprache” zu nutzen, damit alle leser_innen mitkommen.
René_ : Da gibt es eine große Menge an unterschiedlichen Identitäten, ich zähle mal einige zur Illustration auf: genderbender, genderblender, gender outlaw, androgyn, drag queen, drag king, crossdresser, genderqueer, bi-gendered, third-gender, und der begrifflich/kozeptuell etwas stabilere Bereich von Transsexuellen, ob pre-/post-/non-OP, Transmann/Transfrau, ftm (=female-to-male) und mtf (male-to-female). Die Fälle von Menschen, die sich als transgender oder die anderen genannten Identitäten verstehen und sich aber nicht eindeutig als transsexuell etikettieren, nicht alles mögliche unternehmen, um klar in einem fixen Zielgeschlecht anzukommen, diese Fälle könnten problematisch in unserem Gedankenbeispiel eines Workshops für women-only werden. Was machen wir/die Gesellschaft/die women-only-Gruppe mit einer Person, die unklar in ihrer geschlechtlichen Selbstpräsentation zu lesen ist und um Teilnahme an einer derartigen Gesprächsrunde bittet?
Weil diese Frage wichtig ist, finde ich das von Dir genannte Beispiel der femoco2013 gut, da die Organisator*innen von vorneherein kommunizieren, dass sie 1. über diese Frage nachgedacht haben und 2. eine klare Antwort geben, nämlich in diesem Fall, Zitat: “Wir, das sind alle Frauen, Trans* und Inter*, die sich als Schwarze, of Color, als jüdisch, im Exil lebend, als Sinti und Roma oder als Migrant_in verstehen.”
Di Hia: also.
da fällt mir folgendes ein:
also, eine person bittet eben an teilnahme an dem seminar xy, das eigentlich nur für cis frauen ist. bzw es ist nicht ganz klar. da wäre ja ein dialog dafür wichtig, dass eben die veranstalter_innen klar kommunizieren weshalb jetzt der zugang nur für cisfrauen ist und das die anfragende person eben erklärt, weshalb sie sich angesprochen fühlt und an dem seminar teilnehmen mag etc. oder?
René_ : Genau. Eine Patentlösung habe ich da nicht, aber ein einfühlsames Gespräch zwischen Veranstalter*innen und transgender-Teilnehmer*in halte ich für notwendig.
Di Hia: da müssen dann beide seiten abwägen: die veranstalter_innen müssen sich bewusst machen, was eine zu- oder basage für die gruppe und die perosn bedeuten könnte und vor allem für den inhalt und die dynamik des seminars. und die anfragende person muss für sich klar haben, zu welchen bedingungen ihr die teilnahm nun wichtig ist. ob es sonst evtl. auch alternativen gibt. vielleicht kann ja dann in zukunft eben mehr auf die berdürfnisse von transgender personen eingegangen werden.
also, sag mal wie ist das denn eigentlich? ich bin da überhaupt nicht drin. dafür lebe ich einfach schon zu lange in einem ausländischen kontext, der das wenig als thema hat
René_ : Was ich wichtig finde, ist das “wir”, also alle Menschen, die sich als Teil einer feministischen Bewegung verstehen, gemeinsam daran arbeiten, diese Bewegung nicht trans*- und inter*Menschen ausschließend zu gestalten. Meine mittelfristige Utopie ist ein inklusiver Feminismus.
Ja, ich bin da auch keine große Autorität. Ich habe im letzten halben jahr in Paris gelebt und dort oft genug Situationen erlebt, die unklar waren, oder sogar viele Situationen, in denen explizit nur Cisfrauen zugelassen waren. Dort habe ich in der feministischen Bewegung also viele Orte erlebt, die diesbezüglich keine klaren Ansagen gemacht haben und auch anscheinend nicht darüber reflektiert hatten. Oder sich bewusst in einer transphoben Manier trans*Menschen ausschließend gegeben hatten.
Di Hia: Nadine Lantzsch hat doch jetzt das Buch Queer_Feminismus rausgebracht. Hast du das?
René_ : Ne, das hab ich nicht, aber hätte ich gerne 🙂
Di Hia: Oh dann schicken wir mal liebe grüße zu Nadine, vielelicht kriegen wir ein Exemplar zur Rezension?
René_ : Gerne.
Di Hia: also ich glaub ich hab da zu allem zu wenig antworten drauf. das frustriert mich grad ein bisschen. womit hängt das zusammen? glaubst du das ist meine eigene heteronormative sozialisation?
René_ : Heteronormativ finde ich das jetzt nicht. Um die sexuellen Orientierungen der Menschen geht es ja bisher nicht. Vielleicht suchst Du das Wort cisgenderisch? Oder transphob? Aber damit möchte ich Dich gar nicht bezeichnen, denn Du bist sehr offen und einfühlsam und fragst nach und hörst zu.
Di Hia: ich bin in deutschland aufgewachsen, ich vermute mal ich hab mit dem ganzen sozialisationspaket auch ne portion transphobie mit abbekommen….die ich versuche zu verstehen und zu dekonstruieren. grmpf. ich bin grad echt frustriert
René_ : Was frustriert Dich denn? Ich erlebe das Gespräch als sehr konstruktiv.
Di Hia: also frustriert weil ich mich frage ob in den feministischen räumen in denen ich mich bewege auch ausschlüsse produziert werden und inwiefern ich da teil von bin.
René_ : Aha. I see. Das kann ich jetzt nicht beurteilen. Ich kann generell raten, offen zu kommunizieren, ob trans* und inter* willkommen sind.
Di Hia: ja, da werd ich in zukunft drauf achten. ach da gabs doch mal so einen tollen blogeintrag zu…über barriere freiheit. Hat den Samia geschrieben? Moment ich schaue.
René_ : Und weiterhin kann ich raten, in Gesprächen mit anderen menschen, insbesondere in den feministischen Räumen, in denen Du Dich bewegst und die Du vielleicht sogar mitgestaltest, darauf zu achten, dass trans* und inter* mitgedacht oder mitbedacht werden.
Di Hia: ist notiert
René_ : Wie findest Du unser Gespräch? Ist es rund? Hast Du noch fragen? Ich habe im Moment keine spezifischen Dinge im Kopf.
Di Hia: ich bin mir nicht sicher.
Di Hia: ich würd gern so n abschluss statement finden
René_ : Hast Du das gefühl, dass vor unserem Gespräch krasse Gegensätze zwischen unseren Positionen waren und die jetzt nicht mehr bestehen?
Di Hia: ich hab das gefühl so elementare dinge sind nich klar, aber ich glaub das kommt einfach mit weiteren gesprächen, ich kann das grad auch nicht mehr formulieren irgendwie.
René_ : Okay.

Obwohl wir gerne einen schönen, erzählerischen Bogen geschlagen hätten, enden wir unsere Unterhaltung so ungeschliffen, wie Ihr sie hier vorfindet. Eben ein aus dem Alltag entnommener Snapshot. Wir freuen uns auf Euren Input und wollen mit Euch ins Gespräch über die hier angefangenen Themen kommen. René_ hat übrigens vor, demnächst eine Reihe von Artikeln über einige seiner Gedanken und Erfahrungen zum Thema “transgender” zu veröffentlichen. Stay tuned und bis bald!


Mutter(un)Glück

Als vor einigen Wochen mein monogames hetero-bald-wollen- wir- Kinder- Kartenhaus ziemlich plötzlich und für mich unerwartet zusammen fiel, hatte ich gefühlt zwei Möglichkeiten:

Schnell ein neues Kartenhaus bauen, mit einem Bauleiter, der besser zu mir paßt – oder mir die Bauzeichungen selbst mal anschauen, mit den Architekten (ohne innen) und Bauzeichner*innen reden und am Ende selbst meine Entwürfe zeichnen. Ich entschied mich für Möglichkeit Nummer zwei. Mit dem Risiko, das Haus gegen eine Wohnung einzutauschen und auf eigene Kinder (vorerst) zu verzichten und auch, um eventuell fest zustellen, dass ich eigentlich gar nicht an ein Leben als Frau _von oder Tochter _von oder eben Mutter _von interessiert bin und außerdem viel lieber eine Bauleiterin als einen Bauleiter an meiner Seite haben möchte und ab und zu auch einfach mal Wohnungen wechseln ganz aufregend finde.

Jetzt bin ich schon einige Wochen auf meiner eigenen neuen Großbaustelle. Ich muß immer noch viel Schutt beseitigen und habe staubige Wimpern und rissige Hände. An manchen Tagen frage ich mich, warum ich eigentlich immer so schmerzhaft aus meiner Comfort Zone rauspresche und mich nicht einfach wie alle anderen auch (sic!) mit dem zufrieden geben kann, was die Biologie aka das Patriarchat für uns vorgesehen hat.  Es ist wohl immer mal wieder nötig zu erwähnen, das Aktivismus und Herrschaftskritik kein Hobby sind, sondern notwendiger Alltag für Menschen, die negativ von –ismen betroffen sind.

Also damit wir uns verstehen: das schmerzt grad alles ziemlich, dieses Hinterfragen und Dekonstruieren und Feststellen, dass das und das und das irgentwie nicht grad zu passen scheint. Für mich. Heute. Was morgen ist, weiß ich nicht. Und alle möglichen Bauleiter*innen geben mir liebevoll zu verstehen, „Da mußt du jetzt alleine durch.“ Muß ich auch. Will ich auch.

Ich will mich bewußt für das Leben entscheiden, das ich vorhabe zu leben. Und dafür brauch ich Klarheit. Klarheit was die Menschen meinen, wenn sie mich fragen:

Und, wann ist es bei dir/euch soweit?, Du wärst sicher eine tolle Mama

oder best one:

Ach wart mal ab, du hast nur noch nicht den Richtigen (sic!) gefunden.

Fremdbestimmung go fuck yourself!

Worüber wollte ich noch mal schreiben? Ach ja über Mutterschaft.

(Und Anna Schwelle fragt: Di Hia wo ist eigentlich deine Wut? Du bist doch wütend, oder?)

hier hatte ich schon ne menge geschrieben. das lösche ich jetzt.

Ja, ich bin wütend. Ich bin verdammt wütend und möchte hier und da einige Rahmen_bedingungen und Fertig_bauhäuser zerstören und laut schreien:

Dass ich mich gerade so einsam und verlassen fühle, ist teil eures scheiß plans! Ihr (you know who you are) wollt, dass frauen sich so unsicher und falsch fühlen! Damit wir am ende doch in die knie gehen vor haus und hof und kind und mann. Patriarchat, du miese kleine Scheißhausfliege! ich dachte die ganze zeit, dass is hier so voll das individuelle ding – ey aber ne! das betrifft nicht nur mich, sondern meine grübelei ist ergebnis eurer gewollten asymmetrie in dieser welt! fick das! und ich bin nicht in dieser situation weil ich Di Hia bin, sondern weil ich eine frau bin. und solche momente teil der lebensrealität von frauen sind.

Es gehört zu meiner Lebensrealität als Frau, dass ich mir früher oder später gedanken über kinder kriegen mache. und es gehört auch dazu, dass sich gott und die welt ebenfalls dazu äußert.

welcher mann muss sich denn bitte so über vaterschaft gedanken machen, wie wir frauen über mutterschaft? alta! mutterschaft und der wunsch nach autonomie und individualität….in einer gesellschaft wo eben hinter jeder ecke eine neue abhängigkeit, fremdbestimmung und andere scheiße lauern. welcher vater muss sich ernsthaft gedanken über seine berufliche karriere und die vereinbarkeit mit der vaterrolle machen? Vaterschaft als Institution existiert doch nicht einmal!

I wonder why…..

Boah.

schreibblockade. oder schrei_blockade?

denkblockade.

teil des spiels.

zurück zum start.

karten neu mischen.

ey und trotzdem: immer wieder hab ich solche momente, in denen ich mir nichts sehnlicher wünsche als so eine bilderbuchfamilie. als ob mein glück davon abhängen würde. aber ich hab das noch so drin.  mein leben hat nur wert, wenn ich dieses bilderbuchleben kriege.

nein.

denn

  1. ich bin mir selbst am wichtigsten. meine beziehung und liebe zu mir zählt mehr als alles andere.
  2. beziehungen sind wichtig und schön. wie diese beziehungen sein sollen, bestimmen nur die involvierten personen.
  3. ich bin die hauptdarstellerin in meinem film. it’s all about me. not about you. ihr habt neben _rollen in meinem film und ich in eurem. und das ist ok. wir sind unsere eigenen hauptfigur, der rest ist deko.

Je intensiver ich mich auf dieser Baustelle aufhalte, desto stärker werden meine feministischen Kritiken und ich empfinde es als notwendig bestimmte Antworten auf meine Fragen einzufordern.

Bei meiner Recherche zum Thema Mutterschaft stoße ich auf diesen Blogeintrag und dieses Zitat hallt seit Tagen in meinem Kopf:

pregnancy does not belong to the woman herself

Genau, denke ich mir. Mutterschaft ist keine Privatsache, sonder pure Politik und lese weiter:

Die Schwangerschaft gehöre nicht der Frau selbst, weil sie nur als passive Hülle für den Fetus objektiviert werde und weil die Medizin die Schwangerschaft allein als Prozess konzipiere, der latent pathologisch sei und deswegen mit technischen Instrumenten überwacht werden müsse. Auf diese Weise werde die Frau von ihrem Körper entfremdet und ihr Empfinden abgewertet.

Mutterschaft ist ein Konstrukt, das unter hegemonialen Gesellschaftsverhältnissen propagiert wird und ich frage mich wie einzelne Mütter sich etwas Privatsphäre in diese fremdbestimmte Rolle bringen können. Ich denke an meine wunderbaren Freundinnen, die Mütter sind (eine davon bloggt schönerweiseweise auch seit kurzem). Ich frage mich, wie ihr das schafft mit dieser internalisierten Rolle umzugehen ohne durchzudrehen. As far as I can tell, macht ihr das toll. Aber was weiß ich schon, wie der Alltag für euch, besonders die Alleinerziehenden aussieht. Ich weiß nicht wie das für euch ist, wenn ihr von Menschen beurteilt werden, die sich für die Mutterpolizei halten. Ich weiß nicht mal, ob ich selbst zu euch manchmal so bin, als würdet ihr “nur”noch aus der Mutterschaft bestehen. (Was soll das denn überhaupt sein, “nur” noch Mutterschaft…) Denn neben Mutterschaft gibt es eben noch so viel anderes was euren Alltag bestimmt.  Genauso stell ich mir das vor, als Mutter muss ich immer klar haben, dass meine Handlungen von der ganzen Gesellschaft beobachtet und beurteilt werden……

Wie schaffe ich die Gratwanderung zwischen sein und Mutter sein? Ich kann mich dafür entscheiden, dass es mir egal ist, was Menschen von mir denken aber welche Auswirkungen hat das auf mein Kind?

Die Fragen stellt sich sicherlich nicht nur die Autorin von me, myself & child.

Mutterschaft wirkt auf mich momentan aber alles andere als erfreulich, sondern eher bedrohlich. Ich bin wohl auch nicht die einzige, die sich Fragen zu dem Thema stellt. Wie ich u.a. hier und hier lese.

Und bei meinen Gedanken zur praktischen Umsetzung Familie vs. Beruf stoße ich hier  auf folgendes Problem:

Gäbe es da nicht dieses konservative “Ideal” der Gestaltung der Mutter-Kind-Beziehung, das permanent an mich herangetragen wird. Es kommt ungefähr so daher: nach einer “natürlichen” (=vaginalen) Geburt, wird das Kind solange gestillt (und getragen) wie das Kind (und der Mann und das restliche Umfeld) das möchte. Mama (und bitte nur Mama) bleibt zumindest bis zum dritten Lebensjahr des Kindes “zuhause” (=erwerbsarbeitet nicht). Wenn es das Einkommen des “Alleinverdieners” ermöglicht, gerne auch länger. Abweichungen von diesem Ideal müssen entweder mit Not entschuldigt (“Ich muss arbeiten, wir können uns das sonst nicht leisten”) oder permanent gerechtfertigt werden.

Eine andere Bloggerin spricht die ungleichbehandlung bei der kinderbetreuung an:

In vielen traditionellen Familienkonstellationen (Vater, Mutter, Kind) ist es der Mann, der einer (ganztags) Erwerbsarbeit nachgeht. Ihm steht entsprechend einer konservativen Auffassung von Arbeit auch Erholung zu. Der Grundirrtum liegt dabei in der Definition von Arbeit, die in den Köpfen vieler nach wie vor die unbezahlte Reproduktionsarbeit nicht miteinschließt.

Uff. Also noch mal: so verlockend klingt Mutterschaft grad nicht. es macht mir angst. aber ich kann die angst nicht richtig filtern. habe ich vielleicht auch angst, nicht die person zu finden, die mutterschaft mit mir doch zu einem tollen traumhaus zaubert? kann ich es schaffen, mir selbst diese person zu sein?

ich glaube einfach….da liegt einiges im argen. und ich glaube, dass unsere frauen- und mutterfeindlichen strukturen und umgangsformen die luft ziemlich verpesten.

und ich kann euch versichern, dass wenn sich nicht einiges ändert, werden wir in nicht all zu langer zeit many angry women haben, die das patriarchat unschön zu grunde richten werden. mich inklusive.

Und ich frage mich ja, ob mutterschaft und feminismus zusammen passen. nein, als feministin solle ich mich wohl eher fragen: warum sollte diese wahl einer frau NICHT ins feministische konzept passen?

Melanies Gedanken dazu finde ich auch spannend:

Drei Punkte, die ich für eine feministische Mutterschaft wichtig finde:
1. Sich kein X für ein U vormachen lassen!

2. Naivität kann sich keine leisten.

3. Statt das eine Muttermodell über das andere zu stellen, gemeinsam gegen die politischen und gesellschaftlichen Zustände stellen.

Eine Freundin von mir hat mir auch klar ihre Meinung zum Thema Mutterschaft gesagt:

  • Familienstrukturen und -bände sind Orte von (sexualisierter-) Gewalt gegen Frauen, diese Orte müssen eingegrenzt werden und re_produktion ungleicher Machtverhältnisse gehören bekämpft

  • Die Entscheidung gegen eine Mutterschaft ist eine Art des Widerstand, der als notwendig und konsequent gegen frauenfeindliche Strukturen verstanden werden kann.

  • feministische Mutterschaft kann nicht existieren.

  • In einem misogynen Unterdrückungssystem ist die Entscheidung zur Mutterschaft niemals wirklich freiwillig.

Puh. Und jetzt?

Ist eine verweigerte Mutterschaft am Ende doch der beste widerstand? Sollte ich das Thema Mutterschaft vielleicht einfach abhaken und auf dem Bauplan das Kinderzimmer in eine Bibliothek verwandeln?

Ich finde Kinder wirklich toll. Mein Herz wird warm und aufgeregt wenn ich Kinder um mich habe. Wo kommen diese Gefühle her? Hab ich diese ganze Frau sein = Mutter sein Rolle so sehr internalisiert, dass meine Gefühle mir etwas kommunizieren, was ich vielleicht doch gar nicht will?

Welche überlebensstrategie tut mir gut? Welchen Lebensentwurf möchte ich?

Wenn ich Kinder so klasse finde, könnte ich doch in einem Berufsfeld arbeiten, wo ich sie um mich habe? Ist Mutterschaft der einzige Weg? Die Rolle der Tante klingt nach dem ganzen Lesen eigentlich auch verlockend. Und so lange ich so tolle Kids wie Ms. T. z.b um mich haben kann, ist eh alles gut.

Unsere Entscheidungen sind politisch und werden dem entsprechend hart beurteilt. mutterschaft ist ein thema über dass sich die ganze welt auslässt, weil es uns frauen betrifft. weil frauen und ihre körper als ob unser frau sein und unsere körper voneinander unabhängig wären…also noch mal: weil frauen allgemeingut und thema sind. weil mit uns die welt steht oder kippt. weil unsere entscheidungen top oder flopp bedeuten. stellt euch bitte mal die energie vor, die wir frauen ins leben rufen können, wenn wir uns dieser ganzen scheiße (Fremdbestimmung) verweigern würden! seriously!

Eben Spinat-Dattel Smoothie machen. Puh. Einatmen.

Ich werde wohl heute nicht zur ganzen Antwort kommen. Ich weiß auch nicht genau, was mich gerade so auf die palme bringt: mutterschaft oder die tatsache, dass mein leben gerade von verliebt zu verlobt zu sitzen gelassen gesprungen ist.

Eine Mischung?

Nach dem lesen der ganzen bestehenden Gedanken zur Mutterschaft wünsche ich mir, dass ich es schaffe allen Müttern um mich meine Solidarität zu kommunizieren. Meine Bewunderung und meine Solidarität dafür, dass sie sich für diese Rolle entschieden haben und damit eine Reihe von Verletzungen und Asymmetrien im Alltag in kauf nehmen. Alle virtuellen Daumen und auch die echten gehen hoch für euch, dass ihr euch für ein Leben mit Kindern entschieden habt.

Ebenso gehen alle Daumen hoch an diejenigen unter euch, die sich gegen eine Mutterschaft entschieden haben oder entscheiden mussten. Auch euch spreche ich meinen vollen Support aus!

Und auch die Frauen, die sich nach der Geburt für eine Adoptionsfreigabe entscheiden oder im laufe der Mutterschaft merken, dass diese Rolle ihnen nicht passt.

Was ich schön fände, wäre ein Austausch über nicht_ Mutterschaft. Unter Frauen, versteht sich.

Was brauchen wir, um selbstbewusst mehrere Rollen miteinander zu vereinen?

Noch mal Helm auf und ab auf die Baustelle. Ich merke, da gibts noch einiges zu tun. Schon n krasses Projekt was ich mir da ausgesucht hab. I was pretty fine before I heard about feminism, u know?! Ich glaub ich zieh mich jetzt etwas zurück. Ich hab unbebautes Land, einen Garten zu bepflanzen und außerdem bin ich ziemlich gut im Luftschlößer bauen.

Ich vermute, dass ich das Konzept von Highheels hassen und sie dennoch mein Leben lang tragen kann. Und ich kann das Konzept der Mutterschaft in frage stellen und trotzdem mutter werden.

remember: don’t hate the player – hate the game!

und in patriarchalen strukturen sind wir frauen eher die player und sollten uns nie gegenseitig dissen.

ich hoffe das wird hier klar: ich kritisiere nicht eure wahl, ich kritisiere ein konzept.

von Di Hia