_nicht die Ursache für deine Gewalt | _mein eigenes Schlachtfeld | _mir lieb | _mein Werkzeug | _meine Spielwiese | _ _ _

“Was wollen Sie eigentlich an der Universität?”

Ja, gute Frage, das frage ich mich auch manchmal. Besonders nach einem Gespräch, wie ich es kürzlich mit der Bewerbungskommission des Graduiertenkollegs [wo 1 ihre Doktorinnenarbeit schreiben und kann, und dabei auch noch Geld in Form eines Stipendiums bekommt], bei dem ich mich beworben hatte, geführt habe. Ich war eh überascht, dass sie mich dazu eingeladen hatten, damit gerechnet hatte ich nicht. Umso “schöner” [Ironie], dass einer der interviewenden Personen (15 waren es an der Zahl: 15!!) die Paradoxie des Ganzen auch aufgefallen ist: Ich kritisiere die Uni, den Wissenschaftsbetrieb und das Was, Wie und überhaupt von Auswahlverfahren, und TROTZDEM habe ich die — Dreistigkeit, Inkonsequenz, Inkohärenz, was ist es? — mich an einer Uni für ein Stipendium für meine Doktorinnenarbeit zu bewerben. Ja, was will ich da eigentlich?

[Daria:] Don’t worry, I don’t have low self esteem. It’s a mistake. I have low esteem for everyone else.

Was hier berührt wird, ist ja eine der Grundfragen, wenn 1[1] Politik betreibt. Nach der Logik dieses Menschen (Mackers, ähem), der mich da angegriffen hat, dürfte ich ja nirgendwo mehr dran teilhaben. Ich hab nämlich eigentlich immer was zu meckern. Und ich lerne grad, das auch immer (wo’s nicht gefährlich ist/erscheint) zu äußern. I’m a feminist killjoy. Das steht sogar so in meinem Profil bei OKCupid. Damit sich nachher k1[2] beschweren kann. Muss ich mich jetzt also aus allem raushalten, aus allem zurück ziehen, nur weil ich Einiges[3] von dem Scheiß, der überall passiert, sehe und aus_an_spreche? Nö. Change from within, ist halt der eine Ansatz. Der andere wäre: Destroy everything. Ja, ich geb’s zu, ich finde den zweiten Ansatz sehrsehr verlockend. Deswegen wird mir aus dem Freundin*enkreis ja auch hin und wieder vorgeworfen, ich sei so “radikal” geworden, so “extrem”.  Aber da ich jetzt doch auch wieder nicht mit Bomben werfen möchte (obwohl ichs verstehen kann, wenn 1 das möchte), bleibt mir vielleicht doch nur der Change From Within-Part. Ich will von innen am Elfenbeinturm kratzen, bis die Mauer einbricht, verstehen Sie? Herr wie-auch-immer-er-hieß. Die Wissenschaftspraxis besteht halt (zu einem großen Teil — Ausnahmen gibt’s immer) tatsächlich immer noch darin, ÜBER Menschen zu sprechen und nicht MIT Ihnen[4]. Das geht sogar so weit, dass Wissenschaftler*innen sagen: “Ich will doch nicht mit denen reden!”. Dass qualitative Methoden eine Errungenschaft sind, und nicht etwas, das 1 nur belächeln kann, ist wohl wiederum bei diesem Typen noch nicht angekommen.

Diese ganze Arroganz, die ich in und an der Uni so hasse, ist mir da auf einen Schlag entgegen gesprungen. Und ich will da trotzdem hin, ha! Wissenschaft und Universität sind so mächtige Institutionen in dieser Gesellschaft. Und von da soll ich ausgeschlossen sein, nur weil ich denen kritisch gegenüber stehe?

Warum will ich da denn jetzt eigentlich hin?

[Trent:] Um, why do you wanna go to Art College? You’re already an artist.

[Jane:] I know, but I want to be a starving artist so I need to ring up more dept.

Das gründet sich wohl einerseits, trotz aller Kritk, trotz des längst desillusionierten Blicks, trotz der allgemeinen Enttäuschtheit, immer noch auf die (romantisierte?) Vorstellung, dass die Uni der Ort ist, an dem ich (sollte ich durch das Elfenbeintor eingelassen werden) den Raum bekomme, mich Erkenntnisprozessen zu widmen. An dem ich, wenn ich einmal diese Schwelle, an der ich immerzu stehe, überschritten habe, so frei wäre wie es eben geht in unseren Verhältnissen. Also: Nicht so richtig frei. Aber ein bisschen. Und auch das ist wahrscheinlich Illusion und Einbildung. Wunschdenken. Ich sehe ja auch, wie Menschen, die ich kenne und schätze, ihre ganze fachliche Ausrichtung ändern, weil sie sonst untergehen würden und eben kein Raum für sie da ist.

Andererseits will ich aber auch ganz klar die mächtigen_herrschenden Wissensproduktions-Strukturen nutzen, um herrschaftskritisches Wissen[5] zu produzieren, das ist mein Ziel! Und nutzen will ich sie AUCH deshalb, weil sie well-funded sind und woanders das Geld (Miete! Essen! Krankenversicherung!) eben noch weniger fließt. Einfache Rechnung, oder?

Aus einem Twitter-Gespräch mit @pflaumenfeld ergab sich für mich noch diese Perspektive:

Vielleicht projiziere ich auch zu viel in diese Berufssuche rein – und muss mich davon lösen, dass ich all meine Interessen so verbinden kann, dass sie für das neoliberale System Sinn (und damit Geld) ergeben. Ist ja auch Quatsch, eigentlich, und sehrsehr gefährlich, die eigenen Interessen an die Existenzgrundsicherung_bedingung (=Arbeit) zu heften. Andererseits, Entfremdung will 1 auch nicht, und wo genau ist da jetzt eigentlich dieses vielgepriesene “Mittelmaß”, das mir als Ideallösung so ansozialisiert wurde, aber oft auch eigentlich nur scheiße ist.

Wie macht ihr das? Wie sieht bei euch das Verhältnis Job-Freizeit-Aktivismus-Interessen aus? Was erwartet_wollt ihr von eurem Job? Oder seid ihr (wie ich in ein paar Monaten auch sein werde, wenn sich nichts ergibt) gar nicht in einer Position, euch darüber überhaupt so viele Gedanken machen zu können, weil ihr einfach nehmen müsst, was da ist? Wie geht ihr damit um?

Ich fühl mich grad verloren.

Im nächsten Leben werd ich Wal_in.

Herzlich,

eure

anna Schwelle

_____________________________________________________

[1] Die Schreibweise “1” habe ich mir bei Twitter von Bäumchen abgeguckt, und finde sie großartig, denn sie ersetzt die ansonsten immer schon gender-spezifischen Personal-Pronomen genauso wie auch die unpersönlichen Pronomen und ist dabei platzsparend und gender-offen! Ich mag es aber eben auch genau so, als Zahl geschrieben, weil so jed*er Les*erin selbst aussuchen kann, wie die “1” gendermäßig “übersetzt” werden kann_soll. zurück

[2] “k1” — versteht ihr, nech? Quasi die verneinte Form von “1” :’]
zurück


[3] Beinahe hätte ich jetzt “alles” geschrieben. Was 1. eine massive Übertreibung gewesen wäre und 2. mich fast selbst wieder in so eine selbstgerechte Gött_innen-Position versetzt hätte. Wuoah! Dabei werde ich von Menschen, die mehr oder anders sehen als ich, selbst immer wieder auf Dinge hingewiesen. Di Hia, Samia, René_ z.B.: Die machen das manchmal. zurück


[4] Eine Beobachtung, die viruletta in dem unter “Elfenbeinturm” verlinkten Post schon im November 2012 gemacht hat. viruletta hat sich auch ganz ähnliche Fragen gestellt, wie ich sie mir jetzt stelle. Lesen! :] — Im Bewerbungsgespräch hieß es dann übrigens, mein Verständnis von Wissenschaft sei “veraltet”. Nur dass ihr’s wisst: die Medienwissenschaft ist da schon viiieeel weiter, und die Sozialwissenschaft auch. Aha. Na, danke. zurück


[5] “Herrschaftskritisches Wissen” bedeutet für mich 1. jedes Wissen, das Normen angreift, unterläuft, in Frage stellt, umstößt, oder auf sie scheißt und 2. auch jede Methode zur Produktion von Wissen, die dasselbe tut. “Wissen” entsteht nämlich immer erst dann, wenn eine Behauptung, Theorie oder whatever in einer bestimmten Gesellschaft (kann auch ne Subkultur sein) Anerkennung erlangt hat. Also, klar kann ich für mich selbst irgendwas wissen. Aber so lange niemand anderes mir das als “Wissen” abkauft, kann ich damit auch nur für mich selber was anfangen (und evtl. für meine Psychohygiene_ökonomie, auch nicht zu unterschätzen) — wenn ich von “Wissen” spreche, meine ich in der Regel schon dieses anerkannte Wissen, dass eben dadurch auch eng mit Macht und Machtausübung in Verbindung steht. Dazu vielleicht bald mehr in einem anderen Blogpost. Ich finde es nämlich in Verbindung mit der Auseinandersetzung um Klassismus von vor ein paar Monaten recht überdenkenswürdig, dass der Begriff “herrschaftskritisches Wissen” gefallen ist, um die (über?)-akademisierte Sprache im Feminismus zu rechtfertigen. Macht für mich keinen Sinn. zurück


Mein Körper gehört mir #2 — N_Ich_t Frau

Klicken, gucken, denken, lachen, weinen, kritisieren, zustimmen, schimpfen, schreien, freuen :’]

Zum selben Thema schreibt Andy Misandry einen Artikel, in dem ich mich sehr wiederfinde.

Mein Körper gehört mir #1 (zum Thema Achselhaare) gibt’s ab dem 15. April in allen gut sortierten Zeitschriftenläden in der Preziösen.

 

von anna- Schwelle


Who holds the key? Gedanken über ausschließen, einschließen und zusammenschließen

Aufgrund Eurer positiven Rückkmeldungen auf die Diskussion zwischen Anna Schwelle und Di Hia ist das Format des folgenden Postings wieder ein Gespräch, diesmal mit Di Hia und René_. Es handelt sich hierbei um eine Momentaufnahme von einer Begegnung zweier unterschiedlicher Welten, die aufeinander neugierig sind und sich gegenseitig verstehen wollen. Wir haben viele Dinge angesprochen und nichts zu Ende gedacht, aber ins Rollen gebracht. Wir freuen uns auf Euer Feedback und nehmen es als Anlass, uns weiter mit den angesprochenen Themen auseinander zu setzen. Viel Freude beim Lesen!

Di Hia: und ich frag mich ob ich noch schokolade habe
René_: ganz wichtig, hab ich mir auch grad welche reingezogen
Di Hia: ich habe smarties gefunden
Di Hia: René_, so möchtest du doch, dass ich dich anrede, oder? also in den letzten monaten hatten wir wenig austauschmöglichkeiten. es gibt da aber so einige themen, über die wir unsere perspektiven austauschen wollten. vielleicht magst du kurz den kontext beschreiben, in dem wir uns kennen gelernt haben?
René_: Richtig, Di Hia, ich möchte gerne mit René_ angesprochen werden, am besten in der französischen Aussprache 🙂 Wir haben uns über eine gemeinsame Freundin in einem italienischen Restaurant in meiner Heimatstadt kennen gelernt und gleich Reibungen und Sympathien verspürt. Aber intensiver in den Austausch sind wir auf einer gemeinsamen Reise getreten, mit unserer Band The LGBTQIs nach Köln zu unserem zweiten ever Auftritt und Du warst als 1a-Groupie mit dabei und hast uns supportet! Während der Fahrt haben wir viel diskutiert und gemeinsam Jazztexte gequeert.
Di Hia: Oh ja, der Audre Song! Da sollten wir noch mal ein Video zu machen, oder? Ich erinner mich noch gut daran, wie ich genörgelt habe wegen irgendwas und du sagtest, ich soll nicht so bitchy sein. Weiß du noch? Ich konnte und kann das immer noch nicht haben, dieses wort.
René_: Ja, das weiß ich noch sehr genau. Ich habe mir angemaßt, mich selbst mit einem Wort zu bezeichnen, das oft essenzialisierend gegen Frauen gewendet wird und mich dabei gleichzeitig mit in dieses Subjekt “Frau” gegeben. Ich kann und konnte auch damals verstehen und akzeptieren, dass Du dieses Wort nicht haben kannst. Für mich signalisiert es einerseits diese essenzialisierende und abwertende Praxis, welche die bezeichnetete Person als nicht ernst zu nehmend markieren soll, und ich verwendete es damals in einer Attitüde, die ein selbstbewusstes oder freches Ich-darf-mich-so-verhalten-wie-andere-es-bitchy-nennen-und-stolz-darauf-sein. Damit wende ich mich gegen diese Abwertung, indem ich mich stolz selbst abwerte.
Di Hia: Hm ja. Das hab ich bis jetzt noch nicht ganz verstanden. Für mich war das damals vor allem: René (damals noch ohne Unterstrich) ist ein Mann und ein Mann darf mich so nicht nennen. das war wirklich schlimm für mich. Also wenn das von einer Frau gekommen wäre, hätte ich ne andere Diskussionsbasis gehabt. Aber das war damals echt…puh.
René_: Entschuldigung, ich erinnere das falsch. Es stimmt, ich habe Dich erst mit dem Wort bezeichnet und dann darauf hingewiesen, dass ich mich genauso freimütig damit bezeichne. Und damit darauf aufmerksam gemacht, dass ich Dich und mich in derselben Gemeinschaft sehe, die diesem stigmatisierenden Gebrauch ausgesetzt ist. Wenn es nicht dieselbe Gemeinschaft ist (sage ich aus der heutigen Perspektive), dann zumindest zwei einander nahe stehenden Gemeinschaften, die von einer stärkeren Gruppe stigmatisiert werden.
Anscheinend hat meine Innenperspektive schon damals nicht mit Deiner Wahrnehmung von mir “als Mann” übereingestimmt. Ich gestehe Dir natürlich zu, mich so wahrzunehmen, insbesondere, wenn meine Kleidung darauf hinweist.
Di Hia: Ja, cool da bewegen wir uns schon in Richtung Explosionsthema: Sind wir ähnlich stigmatisiert oder gibt es in unseren Lebensrealitäten, Stigmata die sich überschneiden? Hast du Lust das wir da gemeinsam drüber nachdenken?
René_: Ja, ich habe Lust gemeinsam mit Dir darüber nachzudenken. Hier ein erster Antwortversuch von mir:
Ich würde sagen, wir leben in derselben Gesellschaft, die von Mechanismen der Unterdrückung geprägt ist, die sich auf unterschiedlichen Achsen auswirken, aber von ähnlichen, verbundenen Quellen ausgehen. Dies würde ich ein heterosexistisches, misogynes, homo- und transphobes, cisgenderisches, rassistisches, arrogantes, maskulinistisches, ableistisches, lookistisches, hegemoniales, kapitalistisches und klassistisches Patriarchat nennen. Das arbeitet mit Abwertungen und Stigmatisierungen, die sich auf Dich und mich verheerend, aber im Detail unterschiedlich auswirken. Ich empfinde demungeachtet jedoch eine Solidarität sowohl auf individueller Ebene von mir, René_, zu Dir, Di Hia, und von mir als “insert my identity tags here” zu Dir als “insert your identity tags here”.
Di Hia: Jein. Ich spüre immer ein mulmiges Gefühl, wenn die individuellen identity tags mehr platz bekommen als wie die gesellschaft mich liest. also dass das so ist hat sicherlich stark mit dem kontext in dem ich sozialisiert bin zu tun und ich bin auch gerne bereit bzw. sehe die notwendigkeit dies ggf. in frage zu stellen. aber: also ich werde als frau gelesen und als frau behandelt. da kann ich mir noch soviel andere tags geben. was bleibt: ich bin bestimmten gefahren ausgesetzt, habe berufliche einschränkungen etc. auf grund dieses frau seins. und das seit 27 jahren und eben auch für noch ne weile. also, hilf mir noch mal, wie meinst du könnten sich unsere erfahrungen was das angeht gleichen? also für mich und das tut mir leid, wenn ich dir damit individuell unrecht tue, aber für mich wirst du als mann gelesen und hast männliche privilegien. ich verschöner das jetzt nicht extra, damit wir in eine dikussion kommen. ich hoffe ich krieg die gradwanderung zu gunsten des blogeintrags hin!
René_: kein problem! find ehrlichkeit ja gut!
Di Hia: also auch wenn ich jetzt provokant bin, ist das nur zwecks blogeintrag und klarheit für die leseR_innenschaft ok?
René_: was meinst Du damit, wenn Du sagst, “wenn die individuellen identity tags mehr platz bekommen als wie die gesellschaft mich liest”? Mehr platz bekommen worin in dem, was ich gesagt habe?
ja, ok, von mir aus geht diese art von überspitzen grad noch
Di Hia: nein, also wenn -überspitzt gesagt- wir jetzt alle uns selbst taggen, verschwimmt ja das eigentliche problem. also ich kann mir noch so oft sagen, dass ich z.b so frau sein als konstrukt kritisiere und mich selbst liebe so und so labeln will – aber das würde nichts an den gefahren, denen ich als frau ausgesetzt bin ändern. also, interpretier ich das jetzt bei dir richtig, dass du dich nicht als mann bezeichnen würdest?
René_: ich glaube, zu verstehen, was Du sagst. ich würde mich wie folgt beschreiben: Ich identifiziere mich nicht mit der Identität “Mann”, ich will kein “Mann” sein und ich lehne “Männlichkeit” sogar für mich als Identitätsangebot/zwang ab. Das ist eine Innensicht, eine Aussage über mein Fühlen und Wollen/Nicht-wollen. Zusätzlich kann ich Dir biografisch erzählen, dass ich bei meiner Geburt als Mann bzw. männlich gelabelt wurde, dies sich in allen staatlichen und Familiensystemen fortgeschrieben hat und ich den übergrößten Anteil der Lebenszeit, die ich verbracht habe, als Mann gelesen wurde, und männliche Privilegien genossen habe. Darüberhinaus habe ich auch noch weitere Privilegien “genossen”, wie Weißsein, einen akademischen Habitus haben, ein bürgerliches Elternhaus haben, über keine bis wenige materiellen Sorgen zu verfügen.
René_: Wenn ich mich nicht als Mann selbst bezeichen will, heißt das nicht, dass ich abstreiten will, mit männlichen Privilegien ausgestattet zu sein
René_: Das ist eine Innensicht, eine Aussage über mein Fühlen und Wollen/Nicht-wollen.”
Di Hia: Ah okay. Danke, diese Klarheit habe ich gebraucht!
Di Hia: okay. glaubst du diese analogie würde gehen:
Di Hia: “Ich identifiziere mich nicht mit der Identität “weiß”, ich will kein “Weißer” sein und ich lehne “Weiß sein ” sogar für mich als Identitätsangebot/zwang ab.
René_: ja, das ginge, ich glaube, das ginge mit vielen Aussagen über Identitäten, die von anderen gegeben werden. das heißt nicht, dass man nicht in gesellschaftliche Kategorien eingeteilt werden kann, die diesen Identitätslabeln entsprechen. Gesellschaftliche, machtvolle Kategorisierungen kann ich in einem inneren Prozess bearbeiten, ablehnen, transformieren etc., aber nicht in ihren machtvollen, realen Auswirkungen ignorieren.
Ich nehme an, dass männlich wahrgenommene Menschen in dieser maskulinistischen, misogynen, patriarchalen Gesellschaft über mehr Macht in Beziehungen und in Institutionen verfügen.
Macht das für Dich Sinn? Ist das verständlich beschrieben?
Di Hia: hm. was wäre denn jetzt wenn eine weiße person sagt: “ey ich bin eigentlich schwarz. nee, ganz im ernst, im herzen bin ich schwarz” hm….also da wird mir persönlich ja ziemlich komisch bei. ich weiß nicht ob das als analogie genommen werden kann, wie gesagt. ja, und dass als mann gelesene menschen in unserer gesellschaft einfach mal ne ganz andere lebensrealität als als frau gelesenen menschen haben, also darüber brauchen wir glaub ich nicht sprechen. aber das ding ist doch, dass du eben immer wieder von diesem männlichen privileg profitierst und profitieren kannst. also auch wenn du das label eigentlich für dich ablehnst. wie kommen wir also von diesen gesellschaftlichen lebensrealitäten zu einem gemeinsamen battlefield?
René_: Keine Ahnung, was diese weiße Person, die im Herzen schwarz ist, noch alles damit ausdrücken will. Ich finde zum Beispiel nicht, dass sie damit gleichzeitig folgendes verbinden darf: 1. “Ich bin in meinem Handeln nicht rassistisch, weil ich fühl mich ja schwarz.” 2. “Ich werde hier rassistischerweise als schwarze Person diskriminiert” (das macht für mich gar keinen Sinn, sie wird ja nicht als schwarze Person wahrgenommen/gelesen). 3. “Ich kann persönlich wissen, wie es ist, als schwarze Person diskriminiert zu werden und darüber Aussagen machen, wie sich das anfühlt, denn ich fühle mich ja schwarz.”
Di Hia: Sorry, aber also wer als weiße person wirklich meint, sie_er ist im herzen Schwarz hat jawohl den Schuss nicht gehört. Wenn Schwarz Sein eine politische Selbstbezeichnung ist, die von Menschen gewählt wurde, die einen gemeinsamen Erfahrungshorizont und gemeinsame stigmata haben, also sorry, aber da kann dann kein weißer mensch daher kommen und das für sich auch reklamieren.
René_: Ich glaube, ein wesentlicher Punkt, um den es uns beiden geht, ist das “Reklamieren”. Ich vermute, dass bei Dir gerade ganz viel Kontext noch mitschwingt, wenn Du diese Aussage (“ich fühle mich im Herzen schwarz”) diskutierst, und zwar in der Hinsicht, dass diese Person in Deiner vorstellung/Erfahrung/konstruiertem Beispiel etwas für sich reklamiert. Ich wüsste gerne, was das sein könnte. Für mich steht diese Aussage erstmal isoliert da als Selbstbezeichnung und ich verbinde damit noch keine Claims.
Di Hia: Eine weiße Person kann sich nicht als Schwarz selbstbezeichnen. Nein, also damit bin ich nicht einverstanden. Sie kann weiß sein und von anderen -ism betroffen sein, ja, aber sie ist nicht Schwarz, weder im herzen noch sonst wo.
René_: Okay, da würde ich jetzt gerne eine sein/sollen-Unterscheidung einführen.
Di Hia: okay passt
René_: Du hast ja oben eine Analogie gebracht und das Beispiel von dieser fiktiven weißen Person genannt, die sich als “im Herzen schwarz” bezeichnet. Das nehme ich jetzt als (fiktives) Sein erstmal als Teil einer Realität an, als Teil etwas, das mir in der Zelt begegnen kann.
Und was Du jetzt zuletzt sagst (und auch vorher, wenn du vom nicht gehörten Schuss sprichst), dann machst Du eine normative Aussage, dass diese Person das aufgrund Deiner Vorstellungen/Werte etc. nicht darf. (Was ich hiermit nicht angreifen oder noch nicht inhaltlich kommentieren, sondern konzeptuell unterscheiden will.) Macht diese unterscheidung für Dich Sinn?
Di Hia: also, eine weiße person, die mir als woman of color sagt, dass sie im herzen schwarz sei (was soll das denn überhaupt sein ey) , also ja, da würd ich sehr klar sagen, dass das nicht klar geht.
René_: Okay, ich verstehe, dass Du das normativ ablehnst. Ich hatte ja vorhin noch die mit dieser Selbstaussage verbundene Frage nach Claims: Was könnte denn so eine Person reklamieren, was Du ablehnst?
Di Hia: Selbstbezeichnungen sind ja in Diskussionen um Rassismus immer sehr wichtig. Wenn ich mich als Woman of Color tagge, dann bedeutet das, dass ich eben über einen ähnlichen Erfahrungsrucksack verfüge wie andere WoC auch. Diese Erfahrungen grenzen sich von den Erfahrungen, die weiße Frauen machen ab. Es mag Überschneidungen geben aber eben auch abgrenzungen. Wenn da jetzt eine weiß Frau zu mir sagt, ich weiß wie du dich fühlst, obwohl eine geschilderte situation eben ganz klar nur passieren konnte weil ich eben nicht-weiß bin, ja dann regt mich das ziemlich auf und verletzt mich vor allem.
jetzt ist das natürlich was geschlechts_identitäten angeht noch mal ne andere sache. wenn ich jetzt zu dir sage : rené_ du bist ein mann und von daher ist es für mich klar, dass du in beistimmten themen eben nicht mit reden darfst etc. dann wird das für uns dann problematisch, wenn du für dich dieses mann sein so gar nicht fühlst und wohlmöglich von anderen männern auch kommuniziert bekommst: du bist kein “echter” mann.
(wenn eine person von anderen weißen personen kommuniziert bekommt: du bist nicht weiß, ist sie warscheinlich eine PoC, oder? Also ich bin unsicher mit diesen Analogien aber finde das doch ganz hilfreich so um n bisschen zu strukturieren)
René_: (ich denke auch.)
Mit der Selbst(nicht)bezeichnung “ich fühle mich nicht als Mann, lehne es ab, ein Mann sein zu müssen, will kein Mann sein” ist ja noch kein Claim expliziert.
An dieser stelle der Unterhaltung sehe ich jetzt verschiedene Wege fortzufahren: 1. Ich würde gerne jetzt folgende Aussage von Dir kommentieren: “aber das ding ist doch, dass du eben immer wieder von diesem männlichen privileg profitierst und profitieren kannst. also auch wenn du das label eigentlich für dich ablehnst.”
Di Hia: ich nehm tor 3!
René_: 2. Wir könnten jetzt analytisch weiter diskutieren (und vllt zwischenresümieren), in wiefern diese Analogie “Selbstbezeichnung ich bin im Herzen schwarz” ist gleich analog zu “Selbstbezeichnung ich bin im Herzen eine Frau” funktioniert oder nicht funktioniert.
3. Wir könnten über spezifische Themen und Situationen sprechen, die Du und/oder ich für problematisch halten, in denen menschen, die sich als Frau selbst bezeichnen, aber denen bei ihrer Geburt das Geschlecht “männlich” zugeordnet wurde, von Themen/Unterhaltungen/Situationen ausgeschlossen werden, die von Menschen geführt werden, die sich als Frauen selbst bezeichnen und dies kongruent ist mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde. (Ende meiner Aufzählung *g* nen Zonk hab ich nicht eingebaut)
Di Hia: würde mich sehr interessieren wie du deinen alltag erlebst, da du ja für dich ja eben die kategorien nicht so magst und ich glaube auch schon eine selbstbezeichunung für dich hast, mit der du zufrieden bist. da würd ich gerne mehr drüber wissen.
René_: Das wär dann Punkt 4. Ich könnte das ja mit Punkt 1 verbinden.
Di Hia: ich hab schon relativ viel raum in unserem blog bekommen, ich würde mich gerne über dich unterhalten und dir die möglichkeit einer plattform geben, was meinst du? ich glaub du hast viel zu erzählen.
René_ : Da ich weiß, dass ich danach eine Artikelserie schreiben will, mach ich mir da grad keine Sorgen drüber. Ich finds spannend, mit Dir über Deine Gedanken/Kritiken etc. zu sprechen und gemeinsam zu durchdenken, fand ich bis jetzt sehr fruchtbar.
Di Hia: für heute abend würde ich tor 3 nehmen glaub ich.
René_ : Also 3. Wir könnten über spezifische themen und situationen sprechen, die Du und/oder ich für problematisch halten, in denen Menschen, die sich als Frau selbst bezeichnen aber denen bei ihrer Geburt das Geschlecht “männlich” zugeordnet wurde, von Themen/Unterhaltungen/Situationen ausgeschlossen werden, die von Menschen geführt werden, die sich als Frauen selbst bezeichnen und dies kongruent ist mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde.
Di Hia: Da hätt ich schon die erste anmerkung: “die sich als frauen selbst bezeichnen” also äh gehts hier nicht doch eher eben über den erfahrungswert den diese personen haben und der als konseuqenz wohl die feststellung “oh ich bin wohl ne frau” hat?
René_ : Ich habe bereits beim vorherigen Thema festgestellt, dass Du Wert auf die Unterscheidung zwischen Selbstbezeichnung einer Identität und von der Gesellschaft gegebene/gelesene/immer wieder hergestellte Identitätskategorie legst. Diese Unterscheidung halte ich auch für erkenntnisbringend und sinnvoll.
Meine ganze Formulierung im zweiten Fall war ja “die von Menschen geführt werden, die sich als Frauen selbst bezeichnen und dies kongruent ist mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugeordnet wurde.” Damit verknüpfe ich jetzt auch (ohne das noch mit hinzugefügt und offen gelegt zu haben) eine Sozialisation seit der Geburt in diesem weiblichen Geschlecht. Damit verbunden ist auch die Erfahrung, von anderen immer wieder als Frau behandelt und zur Frau gemacht zu werden.
Di Hia: Ich persönlich bin großer fan von women only räumen. dass dies evtl. ausschlüsse produziert war mir bis vor kurzem nicht ganz bewusst. lese da grad erst zu….
René_ : Der problematische Punkt ist, was meinst Du, was meinen die beteiligten Personen, welche Menschen in der “women only”-Definition enthalten sind? Hier würde ich das Präfix cis einführen. Frauen, die seit ihrer Geburt als Frauen leben/behandelt werden/aufwachsen/sich fühlen und den dazu gehörigen Körper haben, kann Mensch als Cisfrauen bezeichnen. Mir scheint, dass in bestimmten “women only”-Räumen Menschen, die bei ihrer Geburt als Mann etikettiert und seitdem so erzogen und behandelt wurden, einen mehr oder weniger eindeutig männlichen Körper haben und aber seit einer längeren Periode versuchen, als Frau zu leben, ihren Namen, ihre Kleidung und vielleicht sogar ihren Körper dementsprechend verändert haben, ausgeschlossen werden. Also Cisfrauen ja, Transfrauen nein.
Di Hia: ja. ich glaub das ist auch oft so. also wenn cisfrauen über ihre gewalterfahrungen etc. berichten, dann verändert sich die art und weiser der beschreibung und der gruppendynamik vielleicht, wenn eine transfrau im raum ist? könnte das sein?
René_ : Sicherlich wird das einen Einfluss auf die Situation haben, ob eine Transfrau anwesend ist oder nicht, insbesondere wenn sie als solche gelesen wird. Eine Transfrau, die als Cisfrau “passed” (also den Geschlechtstest, den unsere Wahrnehmung ihnen auferlegt, als Cisfrauen bestehen), würde wohl einen derartigen Einfluss nicht ausüben (wohl aber einen anderen, wie jede anwesende Frau die Situation beeinflussen würde).
René_ : Es ist ja durchaus denkbar, dass eine Transfrau an einer Gesprächsrunde für “Frauen, die in einer Beziehung zu einem männlichen Partner Gewalterfahrungen gemacht haben” (als Beispiel) Interesse hat, teilzunehmen, weil sie sich davon angesprochen fühlt.
Die Frage ist jetzt, ist der “women-only”-Raum offen für sie, wie wird mit ihr umgegangen? soll sie ausgeschlossen werden, weil sie vor ihrer Transition vom männlichen fremdzugewiesenen zum weiblichen selbstgewählten Geschlecht als Mann gelebt hat, ein männliches Privileg hatte? Soll sie ausgeschlossen werden, weil ihre Transartigkeit, ihre nicht herkömmlich präsentierte Weiblichkeit als bedrohlich für diesen geschützten Raum empfunden wird?
Di Hia: tja. da hab ich ehrlich gesagt keine antwort drauf. ich glaub das müssen wir differenzieren. also nehmen wir mal ein fiktives seminar zum thema x: hm also schau mal hier. bei der femoco da sind trans* und inter* menschen willkommen. das finde ich als cisfrau klasse und gut und hoffe 1. ich kann dabei sein und bin 2. total gespannt auf den ganzen unterschiedlichen input und die energie, die wir da zusammen tragen werden.
René_ : das sieht total super aus und ich befürworte ein solches vorgehen total!
Di Hia: ja aber z.b da hat ne weiß person nichts zu suchen.
René_ : Ja, und das halte ich auch nicht für problematisch.
Di Hia: ok
René_ : Lass uns einen weiteren Fall ansprechen, wenn Du damit einverstanden bist. Wir haben nun den Fall von Cisfrauen und Transfrauen diskutiert. Das sind relativ klare, stabilisierte Kategorien. Es gibt ja auch Menschen, die sich noch in einer Transition von Geburtsgeschlecht zu gewünschtem Geschlecht befinden, die sich vielleicht noch nicht haben operieren lassen (können), oder dies nicht wollen, die bisher Hormone nehmen, aber keine OP wollen. Solche Menschen könnten sich als transsexuell verstehen, aber man könnte auch den Begriff transgender anwenden.
Transgender ist ein weniger stabiler begriff, er ist fluide.
Di Hia: oh ich brauch immer stabilität, fluid kram macht mich unsicher. hilf mir auf die sprünge und definier das noch mal eben für mich ok? also menschen, die zwischen dem einen und dem anderen gender hmm…”schweben”?
René_ : In der definition von Leslie Feinberg, die sich durchgesetzt hat, wird transgender als ein Überbegriff, ein sogenannter umbrella term (oder franzisiert terme-parapluie) verstanden, der eine Vielfalt von Identitäten bezeichnet, die sich nicht in der binären Geschlechterdifferenz verorten wollen.
Di Hia: okay, danke. die erklärung hilf mir. lass uns versuchen nicht zu sehr “fachsprache” zu nutzen, damit alle leser_innen mitkommen.
René_ : Da gibt es eine große Menge an unterschiedlichen Identitäten, ich zähle mal einige zur Illustration auf: genderbender, genderblender, gender outlaw, androgyn, drag queen, drag king, crossdresser, genderqueer, bi-gendered, third-gender, und der begrifflich/kozeptuell etwas stabilere Bereich von Transsexuellen, ob pre-/post-/non-OP, Transmann/Transfrau, ftm (=female-to-male) und mtf (male-to-female). Die Fälle von Menschen, die sich als transgender oder die anderen genannten Identitäten verstehen und sich aber nicht eindeutig als transsexuell etikettieren, nicht alles mögliche unternehmen, um klar in einem fixen Zielgeschlecht anzukommen, diese Fälle könnten problematisch in unserem Gedankenbeispiel eines Workshops für women-only werden. Was machen wir/die Gesellschaft/die women-only-Gruppe mit einer Person, die unklar in ihrer geschlechtlichen Selbstpräsentation zu lesen ist und um Teilnahme an einer derartigen Gesprächsrunde bittet?
Weil diese Frage wichtig ist, finde ich das von Dir genannte Beispiel der femoco2013 gut, da die Organisator*innen von vorneherein kommunizieren, dass sie 1. über diese Frage nachgedacht haben und 2. eine klare Antwort geben, nämlich in diesem Fall, Zitat: “Wir, das sind alle Frauen, Trans* und Inter*, die sich als Schwarze, of Color, als jüdisch, im Exil lebend, als Sinti und Roma oder als Migrant_in verstehen.”
Di Hia: also.
da fällt mir folgendes ein:
also, eine person bittet eben an teilnahme an dem seminar xy, das eigentlich nur für cis frauen ist. bzw es ist nicht ganz klar. da wäre ja ein dialog dafür wichtig, dass eben die veranstalter_innen klar kommunizieren weshalb jetzt der zugang nur für cisfrauen ist und das die anfragende person eben erklärt, weshalb sie sich angesprochen fühlt und an dem seminar teilnehmen mag etc. oder?
René_ : Genau. Eine Patentlösung habe ich da nicht, aber ein einfühlsames Gespräch zwischen Veranstalter*innen und transgender-Teilnehmer*in halte ich für notwendig.
Di Hia: da müssen dann beide seiten abwägen: die veranstalter_innen müssen sich bewusst machen, was eine zu- oder basage für die gruppe und die perosn bedeuten könnte und vor allem für den inhalt und die dynamik des seminars. und die anfragende person muss für sich klar haben, zu welchen bedingungen ihr die teilnahm nun wichtig ist. ob es sonst evtl. auch alternativen gibt. vielleicht kann ja dann in zukunft eben mehr auf die berdürfnisse von transgender personen eingegangen werden.
also, sag mal wie ist das denn eigentlich? ich bin da überhaupt nicht drin. dafür lebe ich einfach schon zu lange in einem ausländischen kontext, der das wenig als thema hat
René_ : Was ich wichtig finde, ist das “wir”, also alle Menschen, die sich als Teil einer feministischen Bewegung verstehen, gemeinsam daran arbeiten, diese Bewegung nicht trans*- und inter*Menschen ausschließend zu gestalten. Meine mittelfristige Utopie ist ein inklusiver Feminismus.
Ja, ich bin da auch keine große Autorität. Ich habe im letzten halben jahr in Paris gelebt und dort oft genug Situationen erlebt, die unklar waren, oder sogar viele Situationen, in denen explizit nur Cisfrauen zugelassen waren. Dort habe ich in der feministischen Bewegung also viele Orte erlebt, die diesbezüglich keine klaren Ansagen gemacht haben und auch anscheinend nicht darüber reflektiert hatten. Oder sich bewusst in einer transphoben Manier trans*Menschen ausschließend gegeben hatten.
Di Hia: Nadine Lantzsch hat doch jetzt das Buch Queer_Feminismus rausgebracht. Hast du das?
René_ : Ne, das hab ich nicht, aber hätte ich gerne 🙂
Di Hia: Oh dann schicken wir mal liebe grüße zu Nadine, vielelicht kriegen wir ein Exemplar zur Rezension?
René_ : Gerne.
Di Hia: also ich glaub ich hab da zu allem zu wenig antworten drauf. das frustriert mich grad ein bisschen. womit hängt das zusammen? glaubst du das ist meine eigene heteronormative sozialisation?
René_ : Heteronormativ finde ich das jetzt nicht. Um die sexuellen Orientierungen der Menschen geht es ja bisher nicht. Vielleicht suchst Du das Wort cisgenderisch? Oder transphob? Aber damit möchte ich Dich gar nicht bezeichnen, denn Du bist sehr offen und einfühlsam und fragst nach und hörst zu.
Di Hia: ich bin in deutschland aufgewachsen, ich vermute mal ich hab mit dem ganzen sozialisationspaket auch ne portion transphobie mit abbekommen….die ich versuche zu verstehen und zu dekonstruieren. grmpf. ich bin grad echt frustriert
René_ : Was frustriert Dich denn? Ich erlebe das Gespräch als sehr konstruktiv.
Di Hia: also frustriert weil ich mich frage ob in den feministischen räumen in denen ich mich bewege auch ausschlüsse produziert werden und inwiefern ich da teil von bin.
René_ : Aha. I see. Das kann ich jetzt nicht beurteilen. Ich kann generell raten, offen zu kommunizieren, ob trans* und inter* willkommen sind.
Di Hia: ja, da werd ich in zukunft drauf achten. ach da gabs doch mal so einen tollen blogeintrag zu…über barriere freiheit. Hat den Samia geschrieben? Moment ich schaue.
René_ : Und weiterhin kann ich raten, in Gesprächen mit anderen menschen, insbesondere in den feministischen Räumen, in denen Du Dich bewegst und die Du vielleicht sogar mitgestaltest, darauf zu achten, dass trans* und inter* mitgedacht oder mitbedacht werden.
Di Hia: ist notiert
René_ : Wie findest Du unser Gespräch? Ist es rund? Hast Du noch fragen? Ich habe im Moment keine spezifischen Dinge im Kopf.
Di Hia: ich bin mir nicht sicher.
Di Hia: ich würd gern so n abschluss statement finden
René_ : Hast Du das gefühl, dass vor unserem Gespräch krasse Gegensätze zwischen unseren Positionen waren und die jetzt nicht mehr bestehen?
Di Hia: ich hab das gefühl so elementare dinge sind nich klar, aber ich glaub das kommt einfach mit weiteren gesprächen, ich kann das grad auch nicht mehr formulieren irgendwie.
René_ : Okay.

Obwohl wir gerne einen schönen, erzählerischen Bogen geschlagen hätten, enden wir unsere Unterhaltung so ungeschliffen, wie Ihr sie hier vorfindet. Eben ein aus dem Alltag entnommener Snapshot. Wir freuen uns auf Euren Input und wollen mit Euch ins Gespräch über die hier angefangenen Themen kommen. René_ hat übrigens vor, demnächst eine Reihe von Artikeln über einige seiner Gedanken und Erfahrungen zum Thema “transgender” zu veröffentlichen. Stay tuned und bis bald!


Mutter(un)Glück

Als vor einigen Wochen mein monogames hetero-bald-wollen- wir- Kinder- Kartenhaus ziemlich plötzlich und für mich unerwartet zusammen fiel, hatte ich gefühlt zwei Möglichkeiten:

Schnell ein neues Kartenhaus bauen, mit einem Bauleiter, der besser zu mir paßt – oder mir die Bauzeichungen selbst mal anschauen, mit den Architekten (ohne innen) und Bauzeichner*innen reden und am Ende selbst meine Entwürfe zeichnen. Ich entschied mich für Möglichkeit Nummer zwei. Mit dem Risiko, das Haus gegen eine Wohnung einzutauschen und auf eigene Kinder (vorerst) zu verzichten und auch, um eventuell fest zustellen, dass ich eigentlich gar nicht an ein Leben als Frau _von oder Tochter _von oder eben Mutter _von interessiert bin und außerdem viel lieber eine Bauleiterin als einen Bauleiter an meiner Seite haben möchte und ab und zu auch einfach mal Wohnungen wechseln ganz aufregend finde.

Jetzt bin ich schon einige Wochen auf meiner eigenen neuen Großbaustelle. Ich muß immer noch viel Schutt beseitigen und habe staubige Wimpern und rissige Hände. An manchen Tagen frage ich mich, warum ich eigentlich immer so schmerzhaft aus meiner Comfort Zone rauspresche und mich nicht einfach wie alle anderen auch (sic!) mit dem zufrieden geben kann, was die Biologie aka das Patriarchat für uns vorgesehen hat.  Es ist wohl immer mal wieder nötig zu erwähnen, das Aktivismus und Herrschaftskritik kein Hobby sind, sondern notwendiger Alltag für Menschen, die negativ von –ismen betroffen sind.

Also damit wir uns verstehen: das schmerzt grad alles ziemlich, dieses Hinterfragen und Dekonstruieren und Feststellen, dass das und das und das irgentwie nicht grad zu passen scheint. Für mich. Heute. Was morgen ist, weiß ich nicht. Und alle möglichen Bauleiter*innen geben mir liebevoll zu verstehen, „Da mußt du jetzt alleine durch.“ Muß ich auch. Will ich auch.

Ich will mich bewußt für das Leben entscheiden, das ich vorhabe zu leben. Und dafür brauch ich Klarheit. Klarheit was die Menschen meinen, wenn sie mich fragen:

Und, wann ist es bei dir/euch soweit?, Du wärst sicher eine tolle Mama

oder best one:

Ach wart mal ab, du hast nur noch nicht den Richtigen (sic!) gefunden.

Fremdbestimmung go fuck yourself!

Worüber wollte ich noch mal schreiben? Ach ja über Mutterschaft.

(Und Anna Schwelle fragt: Di Hia wo ist eigentlich deine Wut? Du bist doch wütend, oder?)

hier hatte ich schon ne menge geschrieben. das lösche ich jetzt.

Ja, ich bin wütend. Ich bin verdammt wütend und möchte hier und da einige Rahmen_bedingungen und Fertig_bauhäuser zerstören und laut schreien:

Dass ich mich gerade so einsam und verlassen fühle, ist teil eures scheiß plans! Ihr (you know who you are) wollt, dass frauen sich so unsicher und falsch fühlen! Damit wir am ende doch in die knie gehen vor haus und hof und kind und mann. Patriarchat, du miese kleine Scheißhausfliege! ich dachte die ganze zeit, dass is hier so voll das individuelle ding – ey aber ne! das betrifft nicht nur mich, sondern meine grübelei ist ergebnis eurer gewollten asymmetrie in dieser welt! fick das! und ich bin nicht in dieser situation weil ich Di Hia bin, sondern weil ich eine frau bin. und solche momente teil der lebensrealität von frauen sind.

Es gehört zu meiner Lebensrealität als Frau, dass ich mir früher oder später gedanken über kinder kriegen mache. und es gehört auch dazu, dass sich gott und die welt ebenfalls dazu äußert.

welcher mann muss sich denn bitte so über vaterschaft gedanken machen, wie wir frauen über mutterschaft? alta! mutterschaft und der wunsch nach autonomie und individualität….in einer gesellschaft wo eben hinter jeder ecke eine neue abhängigkeit, fremdbestimmung und andere scheiße lauern. welcher vater muss sich ernsthaft gedanken über seine berufliche karriere und die vereinbarkeit mit der vaterrolle machen? Vaterschaft als Institution existiert doch nicht einmal!

I wonder why…..

Boah.

schreibblockade. oder schrei_blockade?

denkblockade.

teil des spiels.

zurück zum start.

karten neu mischen.

ey und trotzdem: immer wieder hab ich solche momente, in denen ich mir nichts sehnlicher wünsche als so eine bilderbuchfamilie. als ob mein glück davon abhängen würde. aber ich hab das noch so drin.  mein leben hat nur wert, wenn ich dieses bilderbuchleben kriege.

nein.

denn

  1. ich bin mir selbst am wichtigsten. meine beziehung und liebe zu mir zählt mehr als alles andere.
  2. beziehungen sind wichtig und schön. wie diese beziehungen sein sollen, bestimmen nur die involvierten personen.
  3. ich bin die hauptdarstellerin in meinem film. it’s all about me. not about you. ihr habt neben _rollen in meinem film und ich in eurem. und das ist ok. wir sind unsere eigenen hauptfigur, der rest ist deko.

Je intensiver ich mich auf dieser Baustelle aufhalte, desto stärker werden meine feministischen Kritiken und ich empfinde es als notwendig bestimmte Antworten auf meine Fragen einzufordern.

Bei meiner Recherche zum Thema Mutterschaft stoße ich auf diesen Blogeintrag und dieses Zitat hallt seit Tagen in meinem Kopf:

pregnancy does not belong to the woman herself

Genau, denke ich mir. Mutterschaft ist keine Privatsache, sonder pure Politik und lese weiter:

Die Schwangerschaft gehöre nicht der Frau selbst, weil sie nur als passive Hülle für den Fetus objektiviert werde und weil die Medizin die Schwangerschaft allein als Prozess konzipiere, der latent pathologisch sei und deswegen mit technischen Instrumenten überwacht werden müsse. Auf diese Weise werde die Frau von ihrem Körper entfremdet und ihr Empfinden abgewertet.

Mutterschaft ist ein Konstrukt, das unter hegemonialen Gesellschaftsverhältnissen propagiert wird und ich frage mich wie einzelne Mütter sich etwas Privatsphäre in diese fremdbestimmte Rolle bringen können. Ich denke an meine wunderbaren Freundinnen, die Mütter sind (eine davon bloggt schönerweiseweise auch seit kurzem). Ich frage mich, wie ihr das schafft mit dieser internalisierten Rolle umzugehen ohne durchzudrehen. As far as I can tell, macht ihr das toll. Aber was weiß ich schon, wie der Alltag für euch, besonders die Alleinerziehenden aussieht. Ich weiß nicht wie das für euch ist, wenn ihr von Menschen beurteilt werden, die sich für die Mutterpolizei halten. Ich weiß nicht mal, ob ich selbst zu euch manchmal so bin, als würdet ihr “nur”noch aus der Mutterschaft bestehen. (Was soll das denn überhaupt sein, “nur” noch Mutterschaft…) Denn neben Mutterschaft gibt es eben noch so viel anderes was euren Alltag bestimmt.  Genauso stell ich mir das vor, als Mutter muss ich immer klar haben, dass meine Handlungen von der ganzen Gesellschaft beobachtet und beurteilt werden……

Wie schaffe ich die Gratwanderung zwischen sein und Mutter sein? Ich kann mich dafür entscheiden, dass es mir egal ist, was Menschen von mir denken aber welche Auswirkungen hat das auf mein Kind?

Die Fragen stellt sich sicherlich nicht nur die Autorin von me, myself & child.

Mutterschaft wirkt auf mich momentan aber alles andere als erfreulich, sondern eher bedrohlich. Ich bin wohl auch nicht die einzige, die sich Fragen zu dem Thema stellt. Wie ich u.a. hier und hier lese.

Und bei meinen Gedanken zur praktischen Umsetzung Familie vs. Beruf stoße ich hier  auf folgendes Problem:

Gäbe es da nicht dieses konservative “Ideal” der Gestaltung der Mutter-Kind-Beziehung, das permanent an mich herangetragen wird. Es kommt ungefähr so daher: nach einer “natürlichen” (=vaginalen) Geburt, wird das Kind solange gestillt (und getragen) wie das Kind (und der Mann und das restliche Umfeld) das möchte. Mama (und bitte nur Mama) bleibt zumindest bis zum dritten Lebensjahr des Kindes “zuhause” (=erwerbsarbeitet nicht). Wenn es das Einkommen des “Alleinverdieners” ermöglicht, gerne auch länger. Abweichungen von diesem Ideal müssen entweder mit Not entschuldigt (“Ich muss arbeiten, wir können uns das sonst nicht leisten”) oder permanent gerechtfertigt werden.

Eine andere Bloggerin spricht die ungleichbehandlung bei der kinderbetreuung an:

In vielen traditionellen Familienkonstellationen (Vater, Mutter, Kind) ist es der Mann, der einer (ganztags) Erwerbsarbeit nachgeht. Ihm steht entsprechend einer konservativen Auffassung von Arbeit auch Erholung zu. Der Grundirrtum liegt dabei in der Definition von Arbeit, die in den Köpfen vieler nach wie vor die unbezahlte Reproduktionsarbeit nicht miteinschließt.

Uff. Also noch mal: so verlockend klingt Mutterschaft grad nicht. es macht mir angst. aber ich kann die angst nicht richtig filtern. habe ich vielleicht auch angst, nicht die person zu finden, die mutterschaft mit mir doch zu einem tollen traumhaus zaubert? kann ich es schaffen, mir selbst diese person zu sein?

ich glaube einfach….da liegt einiges im argen. und ich glaube, dass unsere frauen- und mutterfeindlichen strukturen und umgangsformen die luft ziemlich verpesten.

und ich kann euch versichern, dass wenn sich nicht einiges ändert, werden wir in nicht all zu langer zeit many angry women haben, die das patriarchat unschön zu grunde richten werden. mich inklusive.

Und ich frage mich ja, ob mutterschaft und feminismus zusammen passen. nein, als feministin solle ich mich wohl eher fragen: warum sollte diese wahl einer frau NICHT ins feministische konzept passen?

Melanies Gedanken dazu finde ich auch spannend:

Drei Punkte, die ich für eine feministische Mutterschaft wichtig finde:
1. Sich kein X für ein U vormachen lassen!

2. Naivität kann sich keine leisten.

3. Statt das eine Muttermodell über das andere zu stellen, gemeinsam gegen die politischen und gesellschaftlichen Zustände stellen.

Eine Freundin von mir hat mir auch klar ihre Meinung zum Thema Mutterschaft gesagt:

  • Familienstrukturen und -bände sind Orte von (sexualisierter-) Gewalt gegen Frauen, diese Orte müssen eingegrenzt werden und re_produktion ungleicher Machtverhältnisse gehören bekämpft

  • Die Entscheidung gegen eine Mutterschaft ist eine Art des Widerstand, der als notwendig und konsequent gegen frauenfeindliche Strukturen verstanden werden kann.

  • feministische Mutterschaft kann nicht existieren.

  • In einem misogynen Unterdrückungssystem ist die Entscheidung zur Mutterschaft niemals wirklich freiwillig.

Puh. Und jetzt?

Ist eine verweigerte Mutterschaft am Ende doch der beste widerstand? Sollte ich das Thema Mutterschaft vielleicht einfach abhaken und auf dem Bauplan das Kinderzimmer in eine Bibliothek verwandeln?

Ich finde Kinder wirklich toll. Mein Herz wird warm und aufgeregt wenn ich Kinder um mich habe. Wo kommen diese Gefühle her? Hab ich diese ganze Frau sein = Mutter sein Rolle so sehr internalisiert, dass meine Gefühle mir etwas kommunizieren, was ich vielleicht doch gar nicht will?

Welche überlebensstrategie tut mir gut? Welchen Lebensentwurf möchte ich?

Wenn ich Kinder so klasse finde, könnte ich doch in einem Berufsfeld arbeiten, wo ich sie um mich habe? Ist Mutterschaft der einzige Weg? Die Rolle der Tante klingt nach dem ganzen Lesen eigentlich auch verlockend. Und so lange ich so tolle Kids wie Ms. T. z.b um mich haben kann, ist eh alles gut.

Unsere Entscheidungen sind politisch und werden dem entsprechend hart beurteilt. mutterschaft ist ein thema über dass sich die ganze welt auslässt, weil es uns frauen betrifft. weil frauen und ihre körper als ob unser frau sein und unsere körper voneinander unabhängig wären…also noch mal: weil frauen allgemeingut und thema sind. weil mit uns die welt steht oder kippt. weil unsere entscheidungen top oder flopp bedeuten. stellt euch bitte mal die energie vor, die wir frauen ins leben rufen können, wenn wir uns dieser ganzen scheiße (Fremdbestimmung) verweigern würden! seriously!

Eben Spinat-Dattel Smoothie machen. Puh. Einatmen.

Ich werde wohl heute nicht zur ganzen Antwort kommen. Ich weiß auch nicht genau, was mich gerade so auf die palme bringt: mutterschaft oder die tatsache, dass mein leben gerade von verliebt zu verlobt zu sitzen gelassen gesprungen ist.

Eine Mischung?

Nach dem lesen der ganzen bestehenden Gedanken zur Mutterschaft wünsche ich mir, dass ich es schaffe allen Müttern um mich meine Solidarität zu kommunizieren. Meine Bewunderung und meine Solidarität dafür, dass sie sich für diese Rolle entschieden haben und damit eine Reihe von Verletzungen und Asymmetrien im Alltag in kauf nehmen. Alle virtuellen Daumen und auch die echten gehen hoch für euch, dass ihr euch für ein Leben mit Kindern entschieden habt.

Ebenso gehen alle Daumen hoch an diejenigen unter euch, die sich gegen eine Mutterschaft entschieden haben oder entscheiden mussten. Auch euch spreche ich meinen vollen Support aus!

Und auch die Frauen, die sich nach der Geburt für eine Adoptionsfreigabe entscheiden oder im laufe der Mutterschaft merken, dass diese Rolle ihnen nicht passt.

Was ich schön fände, wäre ein Austausch über nicht_ Mutterschaft. Unter Frauen, versteht sich.

Was brauchen wir, um selbstbewusst mehrere Rollen miteinander zu vereinen?

Noch mal Helm auf und ab auf die Baustelle. Ich merke, da gibts noch einiges zu tun. Schon n krasses Projekt was ich mir da ausgesucht hab. I was pretty fine before I heard about feminism, u know?! Ich glaub ich zieh mich jetzt etwas zurück. Ich hab unbebautes Land, einen Garten zu bepflanzen und außerdem bin ich ziemlich gut im Luftschlößer bauen.

Ich vermute, dass ich das Konzept von Highheels hassen und sie dennoch mein Leben lang tragen kann. Und ich kann das Konzept der Mutterschaft in frage stellen und trotzdem mutter werden.

remember: don’t hate the player – hate the game!

und in patriarchalen strukturen sind wir frauen eher die player und sollten uns nie gegenseitig dissen.

ich hoffe das wird hier klar: ich kritisiere nicht eure wahl, ich kritisiere ein konzept.

von Di Hia